Mysteriöse Drohnenüberflüge in Brandenburg: Wer steckt dahinter?
Unbekannte Drohnen über Oberspreewald-Lausitz gesichtet: Behörden prüfen militärischen Hintergrund hinter Sichtungen.

Mysteriöse Drohnenüberflüge in Brandenburg: Wer steckt dahinter?
In den letzten Tagen sorgten mysteriöse Drohnensichtungen über dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg für Aufregung unter Anwohnern. Wie Tagesspiegel berichtet, berichten Bürger von Beobachtungen, die bis zu zehn parallel fliegende Drohnen umfassen. Besonders auffällig ist, dass diese Überflüge vorrangig in den Abendstunden stattfinden, was die Spekulationen über die Herkunft und den Zweck dieser Flugobjekte anheizt.
Amtsdirektor Christian Konzack aus Ruhland äußert die Vermutung, dass die Drohnen möglicherweise militärischen Ursprungs sein könnten. Entgegen dieser Vermutung erklärte die Bundeswehr jedoch, keine Übungen in der Region durchzuführen. Dies wirft Fragen auf: Wer fliegt die ominösen Drohnen und was ist ihr Ziel? Die Polizei wurde bereits am Wochenende des 18. Oktober über die Sichtungen informiert, was zu einem länderübergreifenden Einsatz führte. Hauptsächlich betroffen sind die Gebiete Arnsdorf, Guteborn, Schwarzbach und Jannowitz.
Unklare Herkunft und potenzielle Gefahren
Die Sichtungen wurden nicht nur in Brandenburg gemeldet; auch im Norden Deutschlands gab es ähnliche Vorfälle. Laut Tagesschau sparte der März 2025 nicht mit Berichten über Drohnenüberflüge über Militärstützpunkte und kritische Infrastruktur. Orte wie der Marinestützpunkt Wilhelmshaven und Bremerhaven waren betroffen, wobei hier Drohnen mit einer Spannweite von drei bis sechs Metern gesichtet wurden.
Anhaltend gibt es Verdacht, dass die Drohnen zur Spionage und möglicherweise zur Vorbereitung von Sabotageaktionen eingesetzt werden könnten. Sicherheitsbehörden sind besorgt über die zunehmende Zahl solcher Sichtungen, die bundesweit von 172 im Jahr 2022 auf 446 im Jahr 2023 anstiegen. Besonders in Niedersachsen stiegen die Zahlen von 41 auf 131 Vorfälle zwischen 2022 und 2024. Der Hintergrund dieser Aktivitäten bleibt unklar, und Experten vermuten möglicherweise sogar Verbindungen zu russischen Operationen.
Technische Herausforderungen und rechtliche Rahmenbedingungen
Die Identifikation dieser Drohnen gestaltet sich für die Bundeswehr und Polizei als äußerst schwierig. Auch weniger herkömmliche Abwehrmethoden, wie Jamming-Technologien, erwiesen sich oft als ineffektiv. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erschweren die Abwehr zusätzlich: Die Bundeswehr darf Drohnen nur in Ausnahmefällen unmittelbar angreifen, was die Situation noch komplizierter macht. Ein entsprechender Vorschlag zur Erlaubnis der Anwendung von Waffengewalt gegen unbemannte Luftfahrzeuge wartet auf die Genehmigung des Bundestages.
Diese Entwicklungen werfen auch Fragen nach den militärischen Einsatzmöglichkeiten auf. Militärische Drohnen wie das Modell „Heron 1“ werden häufig zur Aufklärung und Überwachung genutzt. Mit einer Reichweite von über 1.000 km sind sie in vielen aktuellen Konflikten, wie im Nahostkonflikt oder in der Ukraine, eine wichtige Komponente. Allerdings gibt es auch ethische Bedenken, sobald es um die Nutzung solcher Systeme in Kriegsgebieten geht, wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zeigt, das Deutschland nicht für US-Drohnenangriffe verantwortlich macht.
Insgesamt bleibt die Situation unübersichtlich und wirft viele Fragen auf. Während die Sichtungen in Brandenburg und Norddeutschland immer wieder das öffentliche Interesse wecken, bleibt abzuwarten, wie Behörden und Sicherheitskräfte auf diese Entwicklungen reagieren werden. In der Zwischenzeit raten Experten den Bürgern, wachsam zu sein und vor allem bei weiteren Sichtungen die Polizei zu informieren.