Bauernbund fordert Biber-Abschuss: Schmackhaftes Fleisch im Fokus!

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Der Bauernbund Brandenburg fordert eine Entnahme von Bibern zur Regulierung ihrer Population und betont die Notwendigkeit für nachhaltige Landwirtschaft.

Der Bauernbund Brandenburg fordert eine Entnahme von Bibern zur Regulierung ihrer Population und betont die Notwendigkeit für nachhaltige Landwirtschaft.
Der Bauernbund Brandenburg fordert eine Entnahme von Bibern zur Regulierung ihrer Population und betont die Notwendigkeit für nachhaltige Landwirtschaft.

Bauernbund fordert Biber-Abschuss: Schmackhaftes Fleisch im Fokus!

In Brandenburg wird derzeit über eine kontroverse Forderung des Bauernbundes diskutiert: Der Verband verlangt mehr Möglichkeiten zum Abschuss von Bibern an bestimmten Gewässerabschnitten. Bernhard Kalies, der Biberbeauftragte des Bauernbundes, hebt hervor, dass ein ausgewogenes Verhältnis in der Kulturlandschaft dringend notwendig sei. Der Bauernbund möchte gar, dass die Ausnahme zum Schutz von Gebieten, in denen Biber leben, entfällt. So sollen im besten Fall die getöteten Tiere nicht mehr einfach entsorgt, sondern verwertet und verzehrt werden. Kalies spricht von Bibern als „schmackhaft“ und mit „schönem Pelz“ – ein echter Genuss, wenn man es so betrachtet.

Die Biberpopulation in Brandenburg wird auf etwa 4000 Tiere geschätzt. Doch während der Verband für eine Entnahme plädiert, äußern Umweltschutzorganisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND und der Naturschutzbund (Nabu) Bedenken. Sie kritisieren, dass der Abschuss von Bibern, erst recht an Orten, wo Schutzmaßnahmen gelten, nicht nur gegen geltende Regelungen verstößt, sondern auch die lokale Biberpopulation gefährdet. Besonders in Bezug auf den Abschuss von 137 Bibern während des Hochwassers an der Oder im September 2024 gab es breiten Protest. Laut BUND war dieser Abschuss rechtswidrig.

Konflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft

Biber haben in der Landschaft eine zweischneidige Rolle. Auf der einen Seite fördern sie durch ihre Baumfällungen das Wachstum von Stauden, Kräutern und Weichhölzern; auf der anderen Seite führen ihre Dämme zur Erhöhung des Wasserstands, was in vielen Fällen den Hochwasserschutz gefährdet. Besonders landwirtschaftlich genutzte Flächen sind von möglichen Überschwemmungen betroffen, was zu Konflikten mit land- und forstwirtschaftlicher Nutzung führt.

Ein weiteres Beispiel für den Umgang mit Bibern zeigt sich in Sachsen, wo es bereits eine Entnahmeerlaubnis für die Tiere gibt. Diese Biber werden vorwiegend gefangen, um sie für ein Wiederansiedlungsprojekt in Nordfrankreich zu verwenden. Geschäftsführer Reinhard Jung vom Bauernbund erklärt, dass ein Abschuss der Tiere notwendig sei, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu gewährleisten.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie sich die politische Landschaft bezüglich dieser Forderung entwickelt. Die Diskussion um den Biber und seinen Einfluss auf die Landwirtschaft wird sicher noch für einige Schlagzeilen sorgen. Der Balanceakt zwischen Naturschutz und landwirtschaftlichen Interessen bleibt spannend.