Gemeinsam gegen die Schließung: 600 Wittstocker für ihr Krankenhaus!

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Am 10.11.2025 demonstrierten 600 Menschen in Wittstock für den Erhalt des Krankenhauses gegen geplante Schließungen.

Am 10.11.2025 demonstrierten 600 Menschen in Wittstock für den Erhalt des Krankenhauses gegen geplante Schließungen.
Am 10.11.2025 demonstrierten 600 Menschen in Wittstock für den Erhalt des Krankenhauses gegen geplante Schließungen.

Gemeinsam gegen die Schließung: 600 Wittstocker für ihr Krankenhaus!

In Wittstock, einer kleinen Stadt in Brandenburg, versammelten sich am vergangenen Sonntag rund 600 Menschen, um gegen die geplante Schließung des örtlichen Krankenhauses zu protestieren. Diese Initiative wurde vom Verein „Wittstock zeigt Gesicht“ ins Leben gerufen, um den Erhalt der medizinischen Versorgung vor Ort zu sichern. Die Teilnehmer der Demonstration zogen vom Marktplatz durch mehrere Straßen bis zur Stadthalle in der Ringstraße, wo sie ihre Forderungen lautstark bekundeten. In Zeiten, in denen die Gesundheitsversorgung vielerorts auf dem Prüfstand steht, zeigt sich hier deutlich, wie wichtig den Bürger:innen die Erhaltung ihres Krankenhauses ist, das auch als Rettungsanker in Zeiten akuter medizinischer Notfälle fungiert.

Die Klinikmanagementgesellschaft (KMG) hat angekündigt, das Krankenhaus in Wittstock zum 1. Januar 2027 zu schließen und alle Fachabteilungen nach Pritzwalk zu verlegen. Der Grund für diese drastische Maßnahme liegt in der bundesweiten Krankenhausreform, die ab 2027 in Kraft tritt. Landrat Ralf Reinhardt erklärte während der Demonstration, dass er die Rettungswache an der Meyenburger Chaussee erweitern und ein zusätzliches Fahrzeug dort stationieren werde. Zudem müsse der ambulante Versorgungsschwerpunkt dringend ausgebaut werden, damit auch nächtliche medizinische Notfälle ausreichend behandelt werden können.

Politische Reaktionen und Pläne

Gesundheitsministerin Britta Müller hat angekündigt, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in der alten Tuchfabrik am Dosseteich einzurichten, das von Bund und Land finanziell unterstützt wird. Bürgermeister Philipp Wacker äußerte sich jedoch skeptisch und betonte, dass man sich noch nicht zu früh freuen sollte, da viele Fragen hinsichtlich der Umsetzung offen bleiben. Auch der Verein „Wittstock zeigt Gesicht“ bleibt bei seinem Pessimismus hinsichtlich der Notfallambulanz und der Details des MVZ.

In einer weiteren Wendung kündigte Bürgermeister Karl-Friedrich Schült an, erneut in Berlin vorstellig zu werden, um die Belange der Bürger:innen und die Kritik an fehlenden Lösungen in der Gesundheitsversorgung zu verdeutlichen. Dabei erhält er Unterstützung vom Politischen Arbeitskreis Gesundheit aus Berlin. Die Widerstände gegen die Schließungspläne sind deutlich spürbar, insbesondere angesichts der Einschätzung von Ute Mentzel, einer ehemaligen Allgemeinmedizinerin, die die Situation als Skandal bezeichnete und Bedenken über die Zeitspanne bis zur Fertigstellung des MVZ äußerte.

Ein Runder Tisch zur Gesundheitsversorgung in Wittstock soll am 17. November stattfinden. Hier werden die Beteiligten sicher Möglichkeiten und Lösungen diskutieren, um die medizinische Grundversorgung in der Region zu sichern. Die Nöte und Sorgen der Bevölkerung stehen dabei im Vordergrund, und die Demonstration am vergangenen Sonntag war ein klares Zeichen, dass hier etwas bewegt werden muss.

Der Kampf um das lokale Krankenhaus ist nicht nur eine Frage der medizinischen Infrastruktur, sondern auch ein Spiegelbild der Herausforderungen, vor denen viele Gemeinden heute stehen. Die Bürger:innen von Wittstock machen klar, dass ihnen die Gesundheit und das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen liegt und sie bereit sind, für die Erhaltung ihrer Einrichtung zu kämpfen.