Potsdam wählt: Bürgermeisterwahl am 21. September – Wer gewinnt?
Am 21. September wählt Potsdam einen neuen Bürgermeister. Rund 143.000 Bürger sind wahlberechtigt; Briefwahl ist möglich.

Potsdam wählt: Bürgermeisterwahl am 21. September – Wer gewinnt?
In der Stadt Potsdam herrscht bald reger Wahlauftakt, denn am 21. September stehen die Bürgermeisterwahlen an. Etwa 143.000 Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ab Dienstag, den 12. August, werden die Wahlbenachrichtigungen verschickt, die bis Ende des Monats bei den Bürgern eintreffen sollen. Diese Maßnahme ist Teil der Vorbereitung auf eine Wahl, die notwendig wurde, nachdem der frühere Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) per Bürgerentscheid abgewählt wurde. Schubert war unter anderem wegen Missmanagement und einer umstrittenen Affäre um kostenlose Eintrittskarten in die Kritik geraten. Eigentlich hätten die Wahlen erst im kommenden Jahr stattfinden sollen, nun stehen die Potsdamer vor einer entscheidenden Wahl, die sie aktiv mitgestalten können, berichtet tagesschau.de.
Insgesamt sieben Kandidaten hoffen auf die Unterstützung der Bürger. Darunter sind sechs Männer und eine Frau, was in Puncto Geschlechtergerechtigkeit interessant ist. Die Bewerber sind: Severin Fischer (SPD), Clemens Viehrig (CDU), Chaled-Uwe Said (AfD), Dirk Harder (parteilos, unterstützt von der Linken), Michael Reichert (Freie Wähler), Alexander Dietmar Wietschel (Die Partei) und Noosha Aubel (parteilos, unterstützt von Grünen, Die Andere und Volt). Falls es im September zu keiner absoluten Mehrheit kommt, sind die Potsdamer gezwungen, am 12. Oktober eine Stichwahl abzuhalten, so diebrandenburger.de.
Die Bedeutung der Wahl
Die Bürgermeisterwahl ist nicht nur ein wichtiges Event für die Stadtoberhäupter, sondern auch für die gesamte politische Landschaft in Brandenburg. Seit 1993 haben die Bürger das Recht, ihre Bürgermeister direkt zu wählen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, die dem Bürger mehr Mitbestimmungsrecht einräumt. In kreisfreien Städten wie Potsdam nennt man die Bürgermeister Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin. Für die Kommunen bedeutet dies, dass die gewählten Vertreter eine große Verantwortung für die kommunalen Abläufe tragen. Leider ist die Wahlbeteiligung in Brandenburg oft gering. Tatsächlich nahmen bei den letzten Wahlen weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten teil, was zeigt, dass da noch Luft nach oben ist, betont eine Analyse von politische-bildung-brandenburg.de.
Ein Grund für das verkannte Wahlrecht könnte die Unkenntnis über die Rolle der Bürgermeister oder unzureichende Wahlprogramme sein. Hier gilt es, die Bürger bestmöglich zu informieren und zur Teilnahme an der Wahl zu motivieren. Immerhin haben die Bürger in den vergangenen Jahren deutlich mehr mitspracherecht gewonnen, und das sollte auch genutzt werden. Die Verantwortlichen können bei einem guten Händchen und effektiven Wahlkampagnen sicherlich mehr Wähler mobilisieren.