PFAS-Krise: Alarmierende Trinkwasserbelastung in Berlin und Brandenburg!
PFAS-Belastung im Trinkwasser in Berlin und Brandenburg: Vier von fünf Proben überschreiten Grenzwerte, Gesundheitsrisiken steigen.

PFAS-Krise: Alarmierende Trinkwasserbelastung in Berlin und Brandenburg!
In einem besorgniserregenden Bericht hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nachgewiesen, dass das Trinkwasser in Berlin und Brandenburg erhebliche Belastungen mit PFAS aufweist. Diese Gruppe von Chemikalien, bekannt als per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, gilt als „Ewigkeitschemikalien“ – sie sind extrem langlebig und in der Natur nahezu nicht abbaubar. Aktuellen Analysen zufolge überschreiten vier von fünf Stichproben die geltenden Grenzwerte für PFAS, was die gesundheitlichen Auswirkungen der Chemikalien in den Fokus rückt. Eine besondere Besorgnis ruft die Erkenntnis hervor, dass 42 von 46 getesteten Wasserproben aus ganz Deutschland PFAS enthalten, darunter auch Wasserproben aus dem Regierungsviertel in Berlin. Deutlich wurde dies in den Untersuchungen, die von Juni bis Oktober 2025 durchgeführt wurden, wobei in vier Proben keine PFAS nachgewiesen werden konnten, was jedoch die alarmierenden Ergebnisse kaum mindert. rbb24 berichtet, dass die schlechtesten Werte aus Regionen wie Zeuthen, Ludwigslust und Güstrow stammen.
Die Vorfälle sind nicht isoliert, denn BUND-Geschäftsführerin Verena Graichen betonte, dass PFAS längst im Wasserkreislauf angekommen sind. Das macht die Aufbereitung des Trinkwassers teuer und kompliziert und stellt die Wasserbetriebe vor immense technische Herausforderungen. Die höchsten Konzentrationen der nachgewiesenen PFAS wurden bei nicht regulierten Ersatzstoffen gefunden, die oft in Produkten wie Anti-Haft-Pfannen oder Outdoor-Kleidung verwendet werden. Der BUND fordert von den Herstellern, die Verantwortung für die Folgekosten, etwa für die Trinkwasseraufbereitung, zu übernehmen. Auch auf EU-Ebene wird zurzeit über ein Verbot von PFAS diskutiert, doch dieser Entscheidungsprozess könnte sich bis Ende 2026 hinziehen.
Gesundheitsgefahren und regulatorische Maßnahmen
Die gesundheitlichen Risiken, die von PFAS ausgehen, sind alarmierend: Sie können die Immunzellenaktivität verringern, das Krebsrisiko erhöhen und sogar Unfruchtbarkeit sowie Fettleibigkeit fördern. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass PFAS im Blut nahezu aller Menschen weltweit nachweisbar sind. Besonders für Kinder in belasteten Gebieten besteht ein Risiko, denn bereits die in einem Wasserprobe aus dem Regierungsviertel nachgewiesenen Mengen könnten gesundheitliche Auswirkungen nicht ausschließen. Das veranlasst den BUND, Kinder dazu zu ermahnen, kein Leitungswasser aus belasteten Gebieten zu konsumieren Presseportal.
Ab dem 12. Januar 2026 wird in Deutschland ein neuer Grenzwert von maximal 100 Nanogramm pro Liter für 20 ausgewählte PFAS verbindlich. In den Jahren 2026 und 2028 sollen zudem weitere strengere Grenzwerte für PFAS in Kraft treten. Die aktuellen Tests zeigen, dass die Herausforderungen noch weitreichender sind: Altlasten und Kontaminationen durch Feuerlöschschäume werden als wesentliche Ursachen für die Belastung vermutet. Laut Berichten haben Städte wie Güstrow, Schwerin und der Großraum Berlin bereits jetzt die neuen Grenzwerte überschritten, die ab 2026 gelten werden taz.
Handlungsbedarf und der Weg in die Zukunft
PFAS sind in zahlreichen Alltagsprodukten wie Imprägniersprays und Lebensmittelverpackungen enthalten, und die produzierenden Unternehmen, darunter Covestro, Bayer, Solvay und Daikin, stellen bereits große Mengen her. Der BUND fordert eine umfassende Regulierung aller PFAS, um den Teufelskreis der Umweltverschmutzung zu durchbrechen. Der historische Verlauf der Belastungen zeigt einen besorgniserregenden Anstieg seit den 1970er-Jahren, mit einem besonders starken Anstieg nach 2000. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Grenzwerte und die Diskussionen über ein Verbot der PFAS dazu beitragen, die zukünftige Belastung zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu schützen. In der Zwischenzeit müssen sowohl die politischen Entscheidungsträger als auch die Bürger wachsam bleiben und die Entwicklungen sorgfältig verfolgen.