Vogelgrippe bedroht Martinsgans: Restaurants weichen auf Importware aus!
In Potsdam breitet sich die Vogelgrippe aus, was Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Martins- und Weihnachtsgänsen hat.

Vogelgrippe bedroht Martinsgans: Restaurants weichen auf Importware aus!
Die Vogelgrippe breitet sich derzeit in Deutschland und besonders in Brandenburg aus und sorgt rechtzeitig vor der Hochsaison für Martins- und Weihnachtsgänse für ordentlich Aufregung. Am 11. November beginnt traditionell die Zeit, in der viele Menschen nicht auf die Gans auf dem Tisch verzichten möchten. Doch was machen die Gastronomie und die privaten Käufer in Anbetracht der aktuellen Situation?
Regionale Gänse sind kaum noch spontan zu bekommen. Der Bauernhof Ruden hat bereits vorzeitig seine Freiland-Gänse geschlachtet, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Ein Versuch, die Tiere in Stallhaltung zu bringen, scheiterte daran, dass die Gänse aufhörten zu fressen und zu trinken. Derzeit sind die geschlachteten Vögel bereits bei den Endkunden, was bedeutet, dass kein Angebot für den Ladenverkauf mehr existiert. Dies trifft auch die Restaurants in der Umgebung.
Gastronomie reagiert auf die Situation
Das Restaurant Felix am Hinzenberg kann keine regionalen Gänse anbieten und bezieht stattdessen Gänse aus Polen oder Ungarn. Christian Klatt, der Restaurantleiter, betont die Transparenz gegenüber seinen Gästen und plant, niedrigere Kosten an die Kunden weiterzugeben. Bei Jakobs-Hof Beelitz sieht die Situation etwas anders aus: Hier werden ebenfalls polnische Gänse angeboten, die bereits vor einigen Monaten geschlachtet wurden. Inhaberin des Lokals Golmé äußert keine Bedenken bezüglich der Gänse aus Polen und plant ebenfalls ein Martinsgans-Essen.
Die aktuelle Lage ist angespannt: Der Ausbruch der Vogelgrippe hat das Risiko für weitere Infektionen auf “hoch” erhöht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt. In Baden-Württemberg wurden in einem Geflügelbetrieb bereits 15.000 Tiere getötet. Tausende Kraniche haben ebenfalls ihr Leben verloren. Die Vogelgrippe, auch bekannt als aviäre Influenza, wird durch das HPAIV-Virus (H5N1) verursacht, welches für die betroffenen Tiere oft tödlich endet. Das Virus ist ganzjährig in Deutschland verbreitet, intensiviert sich jedoch mit dem Herbstvogelzug.
Schutzmaßnahmen und Empfehlungen
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ruft zu verstärkten Schutzmaßnahmen auf. Dabei gilt es, die Ausbreitung des Virus zu verhindern und gleichzeitig Schäden in der Landwirtschaft abzuwenden. In diesem Zusammenhang hat das Bundesministerium bei der EU beantragt, die Obergrenze für Entschädigungszahlungen zu erhöhen. Derzeit sollten Geflügelhalter unbedingt Hygieneregeln einhalten und den Kontakt zu Wildvögeln vermeiden, um das Risiko zu minimieren.
Privatpersonen wird geraten, den Kontakt zu erkrankten oder verendeten Vögeln zu meiden und etwaige Funde den zuständigen Behörden zu melden. Aktuell gibt es zwar in Deutschland noch keine bestätigten H5N1-Fälle bei Menschen, jedoch sollte man vorsichtig sein, da bei hoher Infektionsdosis ein Übertragungsrisiko besteht. Eine Übertragung des Virus durch Geflügelprodukte ist grundsätzlich möglich, bislang jedoch nicht nachgewiesen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Vogelgrippe nicht nur eine Herausforderung für die Geflügelhaltenden Betriebe darstellt, sondern auch auf die Gastronomie sowie auf die privaten Käufer einen erheblichen Einfluss hat. In einer Zeit, in der viele auf die traditionelle Martins- oder Weihnachtsgans setzen, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.
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