Schock für Perleberg: Fleischcenter vor Schließung – Was jetzt?
Das Fleischcenter Perleberg in Prignitz plant eine Schließung, was ernsthafte wirtschaftliche und soziale Folgen für die Region hat.

Schock für Perleberg: Fleischcenter vor Schließung – Was jetzt?
In Perleberg, einer Stadt im Landkreis Prignitz, brodelt es gewaltig: Das Fleischcenter Perleberg steht vor der bevorstehenden Schließung, was nicht nur die 150 Mitarbeiter, darunter 25 in der Verwaltung und im Schlachthof, in große Sorge versetzt. Landrat Christian Müller spricht von einem „herben Schlag“ für die Region, der gravierende wirtschaftliche und soziale Folgen nach sich ziehen könnte.
Die Gespräche zwischen dem Landkreis, der Geschäftsführung und den Eigentümern, die bereits seit Januar laufen, verliefen bislang ohne greifbare Ergebnisse. Trotz der Bemühungen um Unterstützung hat sich das Unternehmen nicht zurückgemeldet. Auch Brandenburgs Ministerin Hanka Mittelstädt und Vertreter aus Mecklenburg-Vorpommern prüften mögliche Hilfen, erhielten jedoch ebenfalls keine Rückmeldung vom Fleischcenter.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Die wirtschaftlichen und marktbedingten Herausforderungen sind offenbar erheblich. Das Unternehmen informierte auch den Betriebsrat über die prekäre Lage, die unter anderem auf langfristige Lieferbeschränkungen, besonders die Exporte nach China, sowie weltweite Zollbeschränkungen zurückzuführen ist. Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest und der Maul- und Klauenseuche sowie hohe Energie-, Logistik- und Lohnkosten setzen dem Betrieb zusätzlich zu, sodass die Geschäftsführung keine Möglichkeit sieht, den Betrieb weiterzuführen. RBB24 berichtet, dass der genaue Zeitpunkt der Schließung noch unklar ist, aber weitere Gespräche mit dem Betriebsrat vereinbart wurden.
Wenige Monate zuvor, vor etwa einem Jahr, musste das Fleischcenter bereits eine Entlassungswelle verzeichnen, bei der rund 160 von 340 Mitarbeitenden ihren Job verloren. Kritische Stimmen aus der Gewerkschaft „Nahrung Genuss Gaststätten“ äußerten sich damals besorgt über die Stellenstreichungen, da das Werk sich auf die Schlachtung von Schweinen und den Verkauf von Schweinehälften konzentrieren sollte. Rückblickend stellt sich heraus, dass diese Strategie nicht erfolgreich war.
Folgen für die Region
Die Schließung des größten Schlachtbetriebs in Brandenburg würde nicht nur die Mitarbeiter hart treffen, sondern könnte auch dazu führen, dass Landwirte längere Transportwege in Kauf nehmen müssen, was zu höheren Kosten führt. Derzeit prüft die Kreisverwaltung die potenziellen Auswirkungen dieser Entwicklung, doch bislang wurden keine konkreten Ergebnisse geliefert. Immerhin ist das Fleischcenter für viele Landwirte in der Region ein wichtiger Partner bei der Vermarktung ihrer Tiere.
Während die Situation angespannt bleibt, herrscht die Hoffnung, dass eine Lösung gefunden werden kann, um die Arbeitsplätze und die lokale Wirtschaft zu sichern. Die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien könnte der Schlüssel sein, damit die Sorgen und Nöte der Betroffenen Gehör finden und möglicherweise abgemildert werden können.
Die nächste Zeit wird entscheidend sein, um zu sehen, ob es gelingen kann, das Fleischcenter zu retten oder ob die Schließung unumgänglich ist.