Anstieg freiwilliger Ausreisen in Brandenburg: 807 Rückkehrer bis September!
Die Artikel beleuchten die steigenden freiwilligen Ausreisen aus Brandenburg, insbesondere im Landkreis Teltow-Fläming.

Anstieg freiwilliger Ausreisen in Brandenburg: 807 Rückkehrer bis September!
Die Zahl der freiwilligen Ausreisen hat in Brandenburg einen bemerkenswerten Anstieg erfahren. Von Januar bis September 2023 verließen 807 Flüchtlinge das Bundesland, wie Innenminister René Wilke (parteilos) in einer Antwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Rainer Genilke bekanntgab. Diese Zahl übertrifft die Rückkehr von 722 Menschen im gesamten Jahr 2022. Allein von Januar bis September 2023 haben bereits 514 Personen diese Möglichkeit ergriffen. Die Hauptziele ihrer Rückkehr sind Syrien mit 127 Rückkehrenden und Russland, das mit 121 Personen ebenfalls hoch im Kurs steht. Besonders auffällig ist, dass Russland die meisten freiwilligen Ausreisen aus Brandenburg in den Jahren 2023 und 2024 anführt, was auf die spezielle Situation der Geflüchteten aus diesem Land hinweist.
Ein weiterer Schritt in dieser Entwicklung ist die Planung spezieller Ausreiseeinrichtungen für vollziehbar ausreisepflichtige Menschen. Die erste dieser Einrichtungen soll in Zossen-Wünsdorf im Landkreis Teltow-Fläming errichtet werden. Damit möchte Brandenburg die freiwillige Rückkehr fördern und gleichzeitig die Erreichbarkeit für Behörden und Gerichte verbessern.
Rückkehrprogramme und Unterstützung
Interessanterweise bietet das humanitäre Förderprogramm REAG/GARP Unterstützung für Personen, die freiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren oder in aufnahmebereite Staaten weiterwandern möchten. Ab dem 1. Januar 2024 wird das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Verantwortung für die Umsetzung des Programms von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) übernehmen. Die Förderungen sind dabei von der Staatsangehörigkeit der Rückkehrenden abhängig und variieren entsprechend. Im Jahr 2024 konnten bereits 10.358 Personen durch das REAG/GARP-Programm ausreisen, wobei im Jahr 2023 insgesamt 10.762 freiwillige Ausreisen stattfanden. Besonders häufig waren die Zielländer der Rückkehrenden die Türkei, Georgien, Nordmazedonien, die Russische Föderation, Albanien und der Irak.
Die Zahlen der geförderten Ausreisen in die visaliberalisierten Westbalkanstaaten und nach Kosovo haben hingegen im Vergleich zu den Vorjahren abgenommen. Diese Ausreisezahlen decken sich zudem mit den historischen Trends, die aufgrund geopolitischer Ereignisse, wie den Balkankonflikten oder dem Zustrom von Schutzsuchenden ab 2015, teils enorme Schwankungen aufzeigten. Ein Rückgang ist auch in den Jahren 2020 und 2021 zu verzeichnen, was auf die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen zurückzuführen ist.
Ein Blick auf die Definition
Was bedeutet es eigentlich, freiwillig auszureisen? Laut der Definition sind Freiwillige Menschen, die sich ohne Zwang oder Druck entscheiden, ihre Heimat zu verlassen. Diese Freiwilligkeit spiegelt sich nicht nur in der positiven Entwicklung der Ausreisezahlen wider, sondern auch in der Unterstützung, die den Rückkehrenden angeboten wird, um ihnen den Schritt in die eigene Heimat zu erleichtern. Es ist ein Schritt, der für viele eine bedeutende Wendung im Leben darstellen kann.