Lebensrettende Infos: Eberswalde kämpft gegen Sepsis mit 300 Paketen!
Am 30.09.2025 verteilt das Forßmann Klinikum lebensrettende Informationspakete über Sepsis in Uckermark und Umgebung.

Lebensrettende Infos: Eberswalde kämpft gegen Sepsis mit 300 Paketen!
In den vergangenen Tagen hat das Forßmann Klinikum in Eberswalde eine bemerkenswerte Initiative gestartet, die auf die lebensbedrohliche Erkrankung Sepsis aufmerksam machen soll. Im Rahmen der Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ wurden über 300 Informationspakete geschnürt, die nun an Arztpraxen und Apotheken in den Regionen Uckermark, Barnim und Märkisch Oderland verteilt werden. Diese Aktion wurde in gerade mal 30 Minuten mit Hilfe von mehr als 20 engagierten Freiwilligen durchgeführt, die sich tatkräftig für die gute Sache eingesetzt haben. Zwei Packstraßen wurden eingerichtet, um den Ablauf so effizient wie möglich zu gestalten, berichtet der Nordkurier.
Aber was macht diese Kampagne eigentlich so wichtig? Die zentrale Botschaft lautet: „Könnte es Sepsis sein?“ Ziel ist es, die Früherkennung dieser gefährlichen Erkrankung zu fördern, denn Sepsis kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu schwerwiegenden Folgen wie Organversagen führen. Daher der dringliche Rat: Bei Verdacht sofort die 112 anrufen, denn hier geht es um Leben und Tod.
Ein ganzheitlicher Ansatz für Sepsis
Die Initiative ist ein Teil der bundesweiten Kampagne, die 2021 vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie der Sepsis-Stiftung und der Deutschen Sepsis-Hilfe wird das Bewusstsein für diese Erkrankung geschärft. Im Februar 2021 begann das APS, die Bevölkerung durch gezielte Aufklärungskampagnen zu sensibilisieren, wie auf der Seite von APS zu lesen ist.
Besonders interessant ist, dass die Kampagne seit Juli 2021 durch das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird. Prof. Karl Lauterbach hat die Schirmherrschaft übernommen und die Kampagne erhielt im Jahr 2023 ein neues, frisches Design, das an die veränderten Kommunikationsbedürfnisse angepasst wurde. Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, die Bedeutung klarer und effektiver Kommunikation zu erkennen.
Qualitätssicherung in der Sepsis-Diagnose
Während die Aufklärung durch Informationspakete von Bedeutung ist, arbeitet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) parallel an einem neuen Qualitätssicherungsverfahren, das die Diagnostik und Behandlung von Sepsis in Krankenhäusern verbessern soll. Ab 2026 soll es vierteljährliche Rückmeldungen zu relevanten Qualitätskriterien geben, um Sepsis schneller zu erkennen und effektiv zu behandeln, so die Mitteilung des G-BA.
Die Statistiken sind alarmierend: Jährlich sterben ca. 85.000 Menschen an Sepsis in Deutschland. Daher ist es entscheidend, die Warnsignale und Risikofaktoren dieser Erkrankung besser zu deuten. Der G-BA wird ab Januar 2026 mit der Datenerhebung beginnen, wobei Datenschutz- und Datensicherheitsmaßnahmen gewährleisten, dass keine Rückschlüsse auf individuelle Patienten möglich sind.
Diese Initiativen tragen dazu bei, die lebensbedrohliche Erkrankung Sepsis in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und die medizinische Gemeinschaft besser auf die Herausforderungen im Umgang mit Sepsis vorzubereiten.