Deutschland und Frankreich: ARTE soll ganz Europa informieren!

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Deutschland und Frankreich planen die Ausweitung von ARTE zu einer europäischen Medienplattform, um Desinformationen zu bekämpfen.

Deutschland und Frankreich planen die Ausweitung von ARTE zu einer europäischen Medienplattform, um Desinformationen zu bekämpfen.
Deutschland und Frankreich planen die Ausweitung von ARTE zu einer europäischen Medienplattform, um Desinformationen zu bekämpfen.

Deutschland und Frankreich: ARTE soll ganz Europa informieren!

Im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrats, der vor kurzem in Toulon stattfand, wurde ein wegweisendes Abkommen unterzeichnet. Die Kulturstaatsminister beider Länder, Wolfram Weimer aus Deutschland und die französische Amtskollegin Rachida Dati, haben angekündigt, ARTE zu einer umfassenden europäischen Medienplattform auszubauen. Diese Initiative wird als „Erfolgsmodell und Leuchtturm der europäischen Idee“ bezeichnet und soll die digitale Sichtbarkeit Europas stärken sowie neue Publikumsschichten ansprechen. Dabei steht ein europäisches Streamingangebot in 24 Sprachen im Vordergrund, das nationale Rundfunk- und Medienangebote ergänzen soll, wie Deutschlandfunk berichtet.

Die Notwendigkeit für diese Initiative ergibt sich aus aktuellen Herausforderungen: Der Rückzug der USA aus der Finanzierung unabhängiger Medien, insbesondere der Streichung von Zuschüssen für Organisationen wie Voice of Europe und Radio Free Europe durch Präsident Trump, hat eine Lücke hinterlassen, die Europa nun füllen möchte. Der Fokus liegt darauf, verlässliche Informationen über die Grenzen der EU hinweg zu verbreiten und damit eine verantwortungsvolle und demokratische Öffentlichkeit zu fördern. Dabei wird auch die Zusammenarbeit der Auslandssender Deutsche Welle und France Médias Monde intensiviert.

Eine neue europäische Medienlandschaft

Diese Entwicklung ist nicht nur eine Reaktion auf geopolitische Veränderungen, sondern auch ein strategischer Schritt zur Stärkung der europäischen Stimme in der internationalen Medienlandschaft. Bei einem informellen Arbeitstreffen der Kulturminister in Paris im Juni 2025 wurde bereits die Notwendigkeit einer solchen Europäisierung der Medienpolitik betont. Weimer äußerte die Meinung, dass eine europäische Öffentlichkeit für den demokratieförmenden Zusammenhalt unerlässlich ist, und hob die geplante enge deutsch-französische Zusammenarbeit hervor, um konkrete Schritte in diese Richtung zu unternehmen, wie kulturstaatsminister.de erläutert.

Das ARTE-Streamingangebot wird nicht nur Nachrichten und Dokumentationen umfassen, sondern auch Filme, Serien und europäische Koproduktionen. Dieses breite Spektrum an Inhalten zielt darauf ab, die Bürger:innen Europas näher zusammenzubringen und den Austausch von Ideen und Kulturen zu ermöglichen.

Medienpolitik in der EU

Die europäische Medienpolitik findet ihren rechtlichen Rahmen in den Artikeln 167 und 173 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Zentral für diese Richtlinien ist die AVMD-Richtlinie, die den EU-weiten Rahmen für audiovisuelle Mediendienste definiert und sich stets weiterentwickelt. Ziel ist es, einen Binnenmarkt für audiovisuelle Dienstleistungen zu schaffen und kulturelle Aspekte angemessen in politische Maßnahmen zu integrieren, so der Rat der Europäischen Union.

Durch Programme wie „Kreatives Europa“ werden finanzielle Mittel bereitgestellt, um die Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors zu fördern und grenzüberschreitende Kooperationen zu ermöglichen. Die Kulturstaatsministerien Deutschlands und Frankreichs sind sich einig, dass diese Bemühungen umso wichtiger werden, angesichts der wachsenden Bedrohungen für die Demokratie in Europa.

Mit dem Ausbau von ARTE zu einer Plattform für alle europäischen Bürger:innen wird eine bedeutende Weichenstellung vorgenommen, die in Krisenzeiten besonders auf den Zusammenhalt und die Information der Öffentlichkeit abzielt. Ein gemeinsames Konzept von Deutschland und Frankreich zur Umsetzung dieses Vorhabens wird bereits in Arbeit sein.