Neuer A14-Zubringer: Millionenprojekt oder Risiko für Schwerin?

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Neue A14-Zufahrtsstraße zur Autobahn im Süden Schwerins geplant: 32 Millionen Euro für bessere Anbindung und Industriepark.

Neue A14-Zufahrtsstraße zur Autobahn im Süden Schwerins geplant: 32 Millionen Euro für bessere Anbindung und Industriepark.
Neue A14-Zufahrtsstraße zur Autobahn im Süden Schwerins geplant: 32 Millionen Euro für bessere Anbindung und Industriepark.

Neuer A14-Zubringer: Millionenprojekt oder Risiko für Schwerin?

Die Stadt Schwerin und der Landkreis Ludwigslust-Parchim haben große Pläne: Eine neue Zufahrtsstraße zur Autobahn A14 im Süden der Stadt soll bald entstehen. Diese Verkehrsverbindung ist besonders wichtig für den Industriepark und wird als zentraler Bestandteil der regionalen Verkehrsinfrastruktur angesehen. Der Hauptausschuss der Stadt wird am Dienstag über die Pläne entscheiden, und bei Zustimmung könnte der Baubeginn schon bald erfolgen, berichtet Tagesschau.

Die erste Bauphase sieht den Bau einer Gemeindestraße zwischen dem Industriepark und der Landesstraße 72 vor. In der weiteren Planung ist der Bau einer Kreisstraße von der Gemeindestraße bis zur Autobahnführung vorgesehen. Zusätzlich wird eine neue Anschlussstelle mit dem Namen „Schwerin Süd“ eingerichtet. Die geschätzten Baukosten liegen bei rund 32 Millionen Euro. Davon werden etwa 3,4 Millionen Euro von der Stadt Schwerin und 1,5 Millionen Euro vom Landkreis übernommen, während der Großteil von Bund und Land getragen wird.

Wirtschaftliche Bedeutung und Kontroversen

Die IHK hebt die hohe Bedeutung des Zubringers für die Attraktivität des Standorts hervor. Für die Metropolregion Hamburg könnte sich durch den neuen Zubringer das größte Industrieflächenpotenzial mit Autobahnanschluss ergeben. Dies würde nicht nur dem neuen Industriepark zugutekommen, sondern auch die bestehenden Gewerbegebiete in Schwerin unterstützen. Dennoch gibt es kritische Stimmen. Die Bündnisgrünen bezeichnen das Projekt als „absolut verzichtbar“ und haben einen Antrag auf Stopp der Planungen gestellt, welcher in der Stadtvertretung jedoch abgelehnt wurde, wie Nordkurier berichtet.

Die Kosten für den Zubringer waren in den letzten Jahren stark gestiegen: von ursprünglich 6 Millionen Euro im Jahr 2008 auf mittlerweile 17 Millionen Euro. Einzig die nötigen Förderzusagen von Bund und Land lassen noch auf sich warten. Baudezernent Bernd Nottebaum (CDU) kündigte an, bis zum Sommer eine Vorlage mit Kosten und Finanzierung vorzulegen. CDU und AfD unterstützen das Projekt aus wirtschaftlichen Gründen, während die Bündnisgrünen eine andere Herangehensweise bevorzugen.

Umweltaspekte

Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion nicht fehlen darf, ist der ökologische Aspekt. Für den Zubringer werden neun Hektar Fläche versiegelt, und es sind acht Hektar Wald betroffen, was auf Kritik von Umweltorganisationen stößt. Dennoch sieht die Landesregierung in der Autobahnanbindung eine wichtige Möglichkeit zur Gewinnung neuer Investoren in der Region. Die Stadt Schwerin rechnet mit Förderungen, wodurch der Eigenanteil zwischen 6 und 10 Millionen Euro liegen könnte.

Insgesamt bleibt abzuwarten, welche Entscheidung der Hauptausschuss treffen wird, doch das Projekt hat das Potenzial, die Verkehrsinfrastruktur in Schwerin deutlich zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt voranzutreiben. Es bleibt spannend, ob die Pläne in Realität umgesetzt werden können oder ob die Kritiker das letzte Wort haben werden.