Krise der Altkleider: Vorpommern kämpft gegen illegale Ablagerungen!
In Vorpommern-Greifswald steigen illegale Altkleiderablagerungen. Die Gemeinde setzt auf neue EU-Vorgaben zur Textilentsorgung.

Krise der Altkleider: Vorpommern kämpft gegen illegale Ablagerungen!
Die Situation rund um die Altkleidersammlung im Landkreis Vorpommern-Greifswald wird immer heikler. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger legen ihre alten Textilien einfach neben den Altkleidercontainern ab, was nicht nur illegal, sondern auch ein Ärgernis für die Kommunen darstellt. Laut NDR sind die Container in den letzten Monaten häufig überfüllt gewesen, wodurch das Abstellen von Kleidung daneben zur Regel geworden ist. Das bedeutet nicht nur zusätzliche Kosten für die Städte und Gemeinden, sondern auch eine unnötige Belastung für die Umwelt.
Der Landkreis hat bereits reagiert und die Annahmemöglichkeiten an 17 Wertstoffhöfen ausgebaut. Nun werden nur wiederverwendungsfähige Textilien kostenfrei akzeptiert. Stark verschmutzte oder beschädigte Kleidungsstücke hingegen müssen über die regulären Müllbehälter entsorgt werden. Denn die rechtlichen Vorgaben sind klar: Ab 1. Januar 2025 müssen in der EU gebrauchte Textilien getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden, um die jährlich verbrannten oder deponierten Mengen zu reduzieren, so die Vorgaben von ZDF.
Die aktuellen EU-Richtlinien
Der Handlungsbedarf ist hoch. In Deutschland landen jährlich über eine Million Tonnen Alttextilien in Containern, von denen jedoch nur etwa die Hälfte noch tatsächlich brauchbar ist. Nur ein kleiner Teil davon – rund 10% – gelangt an bedürftige Menschen. Der Rest wird zum Teil außerhalb der EU vermarktet. Der Anteil der in der EU getrennt erfassten Alttextilien liegt momentan bei nur etwa 22%. Global gesehen wird geschätzt, dass weniger als 1% dieser Textilien zu neuen Produkten recycelt wird.
Um die Wiederverwertung zu verbessern, wird derzeit eine “Erweiterte Herstellerverantwortung” diskutiert. Dabei sollen Hersteller künftig für die Sammlung, Sortierung und Wiederverwertung von Textilien aufkommen. Aktuell ist die Sortierung sehr personalintensiv und teuer, was nicht nur die Effizienz, sondern auch die Umwelteffizienz stark einschränkt. Der Mangel an einheitlichen Vorschriften für ökologisches Design kompliziert das Recycling zusätzlich.
Tipps für eine bessere Entsorgung
Für Verbraucher gibt es einige einfache Tipps, um einen positiven Beitrag zu leisten: weniger kaufen, auf langlebige Produkte setzen und sogar Second-Hand-Optionen oder Kleidertausch in Betracht ziehen. So kann jeder Einzelne helfen, die Situation zu verbessern und die Umwelt zu entlasten. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind alle Bürger gefordert – nur gemeinsam können wir einen Unterschied machen.
Ob mit frischen Ideen oder durch gemeinschaftliches Handeln – dass wir sich um unsere alte Kleidung kümmern, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Regeln ab 2025 umgesetzt werden und welche Veränderungen sie mit sich bringen werden. Klar ist: Da liegt noch viel Arbeit an!