Vom Flüchtling zur Künstlerin: Hafiza Qasimi erhält großen Preis in Rostock!
Hafiza Qasimi, afghanische Künstlerinnen-Aktivistin, gewinnt Preis für Engagement in Rostock. Ihre Ausstellung thematisiert Frauenrechte.

Vom Flüchtling zur Künstlerin: Hafiza Qasimi erhält großen Preis in Rostock!
Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern zeigen bemerkenswertes Engagement – das beweist auch die Verleihung des Preises “Junges Engagement für eine Welt MV”. Zu den Preisträgerinnen zählt die 26-jährige Hafiza Qasimi, die als Künstlerinnen und Frauenrechtsaktivistin aus Afghanistan geflohen ist. Der Preis, der mit je 500 Euro dotiert ist, wurde im Rostocker Rathaus bei der Auftaktveranstaltung der Reihe “weltwechsel” verliehen, die globale Themen mit der Region verknüpfen möchte. Hafiza plant, ein Künstlerkollektiv zu gründen, das Frauen und Mädchen stärkt und ihnen eine Stimme gibt. Laut NDR berichtet, dass die Initiative “Jugend spricht”, die sich ebenfalls für die Integration von Geflüchteten einsetzt, wichtige Aktionen organisiert.
Hafiza hat bereits eine Ausstellung mit dem Titel „Kunst inmitten des Krieges“ eröffnet, die Themen wie Zwangsverheiratung und Schulverbot für Mädchen unter der Taliban-Herrschaft aufgreift. Die Ausstellung ist bis zum 31. März 2026 wochentags zwischen 8 und 18 Uhr in Rostock zu besichtigen. Sie malt seit ihrer Flucht Werke, die das Leben von Frauen und Kindern in Afghanistan dokumentieren. Diese Erlebnisse hat sie in dem Interview mit Katapult MV eindrucksvoll geschildert, und ihr Bruder Anosh, der 2015 nach Deutschland kam, unterstützt sie in dieser Zeit.
Flucht und Verfolgung
Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 hat sich die Situation für Frauen in Afghanistan dramatisch verschlechtert. Der aktuelle Länderreport des BAMF dokumentiert die systematische Entrechtung von Frauen, die kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben. Massive Gewalt und soziale Ausgrenzung sind an der Tagesordnung und eigene Rechte sind durch strikte Kleidervorschriften und Arbeitsverbote stark eingeschränkt. Künftig dürfen Frauen nur in Begleitung eines männlichen Verwandten das Haus verlassen, was ihre Mobilität und damit jegliche Form von Freiheit einschränkt, so die Berichte über die Frauenrechtslage in Afghanistan auf frauenrechte.de.
Die Verfassung, die unter der Taliban-Herrschaft in Kraft trat, verlangt sogar vollständige Verschleierung und schränkt das öffentliche Leben von Frauen drastisch ein. Die Müttersterblichkeit ist in diesem Kontext zu einer der höchsten weltweit angestiegen. Dabei bleibt vielen Frauen keine andere Wahl, als ohne ärztliche Verordnung Medikamente einzunehmen, was gesundheitliche Risiken birgt. Auch berufliche Möglichkeiten sind für Frauen nahezu abgeriegelt, wodurch viele in finanzielle Abhängigkeit geraten. Die Schließung von Frauenhäusern und zuständigen Gerichten hat den Schutz vor Gewalt praktisch aufgehoben.
Ein Neuanfang in Deutschland
Hafiza Qasimi hat es geschafft, diesen Horrorszenarien zu entkommen. Nach ihrer Flucht aus Afghanistan, gefolgt von einem Aufenthalt im Iran, in dem sie Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Herkunft erlebte, erhielt sie schließlich ein Visum durch ein Aufnahmeprogramm der Bundesregierung. Ihre Kunst wird zum Werkzeug, um auf die Verhältnisse in ihrer Heimat aufmerksam zu machen und den Frauen dort eine Stimme zu geben. Zukünftig plant sie, Deutsch zu lernen und eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen, um ihre Vision eines stärkeren, unabhängigen Lebens für Frauen und Mädchen zu verwirklichen.
Die Geschichte von Hafiza Qasimi symbolisiert nicht nur den Kampf vieler Frauen aus Afghanistan, sondern auch die Solidarität, die in Mecklenburg-Vorpommern von der jungen Generation gelebt wird. Ihre preisgekrönte Initiative könnte ein wichtiges Beispiel für andere Geflüchtete und ein Aufruf zur Unterstützung von Frauenrechten weltweit sein. Die regionale Unterstützung hat für Hafiza eine große Bedeutung, und durch Veranstaltungen wie “weltwechsel” wird das Bewusstsein für globale Themen wie das Überleben unter dem Taliban-Regime gefördert.
Die Herausforderungen sind enorm, doch mit einem starken Netzwerk und dem unermüdlichen Willen, eine Veränderung herbeizuführen, sind Hafiza und ihre Mitstreiter auf einem guten Weg, Frauen in Not zu helfen und sie zu stärken.