Klimaziele in Gefahr: Schwerin diskutiert Aufschub und Mahnwache geplant!
Am 10. November berät Schwerin über Klimaziele; Mahnwachen drohen. BUND fordert Klimaneutralität bis 2035.

Klimaziele in Gefahr: Schwerin diskutiert Aufschub und Mahnwache geplant!
Die Stadt Schwerin steht vor einer entscheidenden Sitzung am 10. November, in der die Zukunft ihrer Klimaziele diskutiert werden wird. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2035 auf 2045 verschoben oder gar der bereits ausgerufene Klimanotstand aufgehoben werden soll. Dies berichtet Nordkurier.
Der Druck auf die Stadtvertretung wächst. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat für den 13. November eine Mahnwache zum Schutz der Klimaziele angekündigt. Dies folgt auf eine vorige Mahnwache, die am 14. Oktober mit über 50 Bürger:innen vor dem Stadthaus stattfand. Die öffentliche Meinung ist klar: 18 Unternehmen, mehrere zivilgesellschaftliche Initiativen und 567 Einzelpersonen haben einen Offenen Brief unterzeichnet, der die Beibehaltung des Klimaziels bis 2035 einfordert.
Politische Auseinandersetzungen
Die politischen Fronten sind verhärtet. Im Hauptausschuss wurden Anträge von CDU und AfD abgelehnt. Ein Antrag der CDU, der eine Vertagung des Klimaziels um zehn Jahre forderte, endete in einem Patt: Synchron 5 Stimmen dafür und 5 dagegen, was zu 2 Enthaltungen führte. Der Antrag der AfD zur Aufhebung des Klimanotstands fiel dagegen klar durch – hier sprachen sich 7 Stimmen gegen und nur 3 dafür aus.
In einer Zeit, in der lokale Unternehmen wie GreenLife, Prysmian und Ypsomed in zukunftsweisende Projekte wie Photovoltaik und Kreislaufwirtschaft investieren, warnt Mareike Herrmann vom BUND eindringlich vor den Konsequenzen einer gescheiterten Klimapolitik. Ohne drastische Emissionsreduktionen könnte die globale Erwärmung bis 2050 um drei Grad Celsius ansteigen.
Klimaschutz in kommunaler Verantwortung
Schwerin zeigt jedoch auch, wie herausfordernd Klimaschutz in der kommunalen Praxis ist. Laut dem Umweltbundesamt spielen Kommunen eine zentrale Rolle im Klimaschutz, haben aber oft mit ungeklärten Rahmenbedingungen zu kämpfen. Klimaschutzziele verschiedener Ebenen sind oft nicht aufeinander abgestimmt, was die Umsetzung erschwert. Zudem stehen den Kommunen viele konkurrierende Interessen gegenüber – von Wirtschaft über Wohnraum bis hin zur Mobilität.
Um dem Ziel der Treibhausgasneutralität näherzukommen, sind umfassende Transformationsprozesse notwendig. Maßnahmen wie die Sanierung des gesamten Gebäudebestands, die Umgestaltung des Verkehrssektors hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln und eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien sind unerlässlich. Diese Schritte können auch zahlreiche Vorteile mit sich bringen, wie die Verbesserung der Luftqualität, höhere Energieeffizienz und sogar die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Es bleibt abzuwarten, wie die Stadtvertretung auf die Forderungen der Bürger:innen und Umweltschützer:innen reagiert und ob Schulterschluss für den Klimaschutz in Schwerin entstehen kann. Die Überzeugung, dass der Klimaschutz Chancen für Innovation, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung bietet, muss im politischen Diskurs verankert werden, um eine zukunftsträchtige Entwicklung der Stadt zu sichern.