Tage des Exils: Festival für verfemte Musik erweckt Schwerin zum Leben

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Vom 8. bis 14. November 2025 finden die „Tage des Exils Schwerin“ mit Konzerten und Lesungen zu exilierten Künstlern statt.

Vom 8. bis 14. November 2025 finden die „Tage des Exils Schwerin“ mit Konzerten und Lesungen zu exilierten Künstlern statt.
Vom 8. bis 14. November 2025 finden die „Tage des Exils Schwerin“ mit Konzerten und Lesungen zu exilierten Künstlern statt.

Tage des Exils: Festival für verfemte Musik erweckt Schwerin zum Leben

In der Schweriner Innenstadt wird vom 8. bis 14. November 2025 der kulturelle Höhepunkt „Tage des Exils Schwerin & Festival für Verfemte Musik“ stattfinden. Diese Veranstaltung zielt darauf ab, die Schicksale ausgegrenzter und verfolgter Künstlerinnen und Künstler sichtbar zu machen. Sie umfasst eine Vielzahl an Aktivitäten, darunter Konzerte, Führungen, Lesungen und Diskussionen zu Themen wie Verfolgung, Flucht und Exil in Vergangenheit und Gegenwart, wie Kultur MV berichtet.

Die Körber-Stiftung, zusammen mit dem Mecklenburgischen Staatstheater und der Landeshauptstadt Schwerin, ist die treibende Kraft hinter diesem bedeutenden Event. Ein besonderes Highlight wird das Eröffnungskonzert am 8. November um 18 Uhr im Theaterzelt am Küchengarten sein, bei dem der Opernchor und die Mecklenburgische Staatskapelle unter der musikalischen Leitung von Aki Schmitt Werke von Kurt Weill und anderen präsentieren.

Vielfalt der Aktivitäten

Das Programm ist vielseitig und spricht unterschiedliche Zielgruppen an. Neben dem Eröffnungskonzert, das mit Exilkompositionen aus der Zeit des Nationalsozialismus aufwartet, beinhaltet das Festival auch einen Musikworkshop für Jugendliche sowie einen Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte Schwerins. Lesungen und ein Filmprogramm ergänzen das Angebot. Die Veranstaltung möchte die Aufmerksamkeit auf die Schicksale von Menschen im Exil und verfolgten Künstlern lenken, was ebenso auf die Initiative der Körber-Stiftung zurückzuführen ist, die solche Dialog- und Verständigungsprojekte fördert.

Das Abschlusskonzert am 14. November 2025 um 19 Uhr im Brigitte Feldtmann Saal, Puschkinstraße 6, wird unter anderem Werke von Hans Gál und Arnold Schönberg aufführen. Mitwirkende wie das Duo Hinz-Lang und Javad Foroutan werden das Publikum begeistern.

Ein Blick auf Exilkunst

Das visuelle Konzept des Programms stammt vom syrischen Animationsfilmemacher Jalal Maghout. Sein preisgekrönter Film „Have a Nice Dog!“ erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Grand Prix in Uppsala, was eine Qualifizierung für den Oscar zur Folge hatte. Nach seiner Flucht nach Berlin widmete er sich dem Film „Suleima“, welches beim DOK Leipzig 2014 präsentiert wurde. Sein jüngstes Werk „Topografie des Inneren“ zeigt die innere Reise einer Figur und thematisiert Verletzlichkeit und emotionale Erfahrungen.

Ein weiterer Aspekt der „Tage des Exils“ ist die Rekonstruktion und Würdigung von Musik, die während der NS-Zeit als „entartet“ galt. Volker Ahmels, der über zwei Jahrzehnte das Festival „Verfemte Musik“ in Schwerin organisierte, hat hierbei maßgeblich mitgewirkt. Tatsächlich fallen unter die Aufführungen des Festivals auch Werke von berühmten jüdischen Komponisten wie Mendelssohn sowie weniger bekannten Namen wie Hans Krása und Pavel Haas.

Nach der Insolvenz des Veranstalters Jeunesses Musicales Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2024 macht die Kombination mit den „Tagen des Exils“ eine Neubewertung der Verfemten Musik notwendig. Ein reichhaltiges, inspirierendes Programm soll das kulturelle Erbe wieder aufleben lassen und an die Menschen erinnern, die unter dem Nationalsozialismus ins Exil flüchten mussten.

Für Interessierte sind Tickets ab 12 Euro erhältlich, ermäßigt für 8 Euro. Reservierungen können per E-Mail an dsemlow@schwerin.de vorgenommen werden, und der Zugang zu den Veranstaltungen ist barrierearm gestaltet.