Stralsund: Spendenaufruf für die Erinnerung an unsere Kriegstoten!
Im Herbst 2025 startet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Stralsund eine Spendensammlung zur Förderung der Erinnerungsarbeit.

Stralsund: Spendenaufruf für die Erinnerung an unsere Kriegstoten!
Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm beginnt traditionell die Spendensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Ganz unter diesem Motto fand kürzlich die Auftaktveranstaltung in Stralsund statt. Diese Veranstaltung machte deutlich, dass die finanziellen Mittel, die dem Volksbund zur Verfügung stehen, bei Weitem nicht ausreichen, um die wertvolle Erinnerungsarbeit aufrechtzuerhalten. Tatsächlich sprechen die Zahlen für sich: Rund 17 Millionen Menschen starben im Ersten und sogar 50 Millionen im Zweiten Weltkrieg, und die Geschichte dieser Verlusten muss auch künftig lebendig gehalten werden.NDR berichtet, dass …
Der Verein liegt den Erinnerungsprojekten am Herzen. Seit 2005 unterhält der Volksbund eine Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte in der Nähe der Kriegsgräberstätte Golm auf Usedom. Dort haben Jugendliche aus ganz Europa die Möglichkeit, sich mit der Geschichte und den Folgen von Krieg und Gewalt auseinanderzusetzen. Doch die finanzielle Zuwendung stagniert, und das hat direkte Auswirkungen auf die Bildungsarbeit, die das Engagement des Volksbundes kennzeichnet. Laut dem Volksbund bpb.de ist der Verein hauptsächlich von Spenden abhängig und führt seine jährlichen Sammlungen im Herbst durch.
Knappe Mittel und Personalabbau
Die Ehrenamtlichen, die in Stralsund mit Spendendosen durch die Straßen ziehen, zeigen zwar großen Einsatz, doch der finanzielle Druck ist spürbar. Frustration ist unter den Helfern zu finden, da der geplante Personalabbau von 30 Prozent in den nächsten fünf Jahren direkt auf die Motivation der Ehrenamtlichen zurückschlägt. Momentan arbeiten im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern drei festangestellte Mitarbeiter und etwa 60 Ehrenamtliche. Allerdings sind viele Verträge aufgrund mangelnder Gelder befristet und es gibt bereits erste negative Folgen: Der Bildungsreferent hat vorzeitig gekündigt, was die Aufklärungsarbeit an Schulen stark einschränkt und zu einem reduzierten Angebot an Workshops geführt hat.
Die Stralsunder Veranstaltung wurde von einem bunten Publikum besucht, darunter Bürgermeister, Ehrenamtliche und prominente Unterstützer. Die Botschaft war klar: Es liegt auch an der Öffentlichkeit, sich für die finanzielle Unterstützung des Volksbundes stark zu machen. Denn ohne ausreichende Mittel kann die wichtige historische Bildungsarbeit nicht fortgeführt werden. Laut bpb.de, bieten die Bildungsstätten des Volksbundes jährlich Programme zur Erinnerungskultur und erreichen damit über 38.000 junge Menschen.
Hoffnung für die Zukunft
Trotz der angespannten finanziellen Situation gibt es Hoffnungen auf tragfähige Lösungen für die Zukunft des Volksbundes. In verschiedenen Bundesländern wurden bereits regionale oder haushaltsmittelgestützte Programme etabliert, die teilweise die Finanzierung von Bildungsreferenten unterstützen. Solche Initiativen könnten auch dem Volksbund neue Perspektiven eröffnen und das Bildungsangebot vielseitiger und nachhaltiger gestalten.
Im Rahmen der geplanten Jugendprojekte wollen Jugendliche aus sieben Ländern in Rostock und Kühlungsborn ein Zeichen für Frieden und Erinnerung setzen. Solche Initiativen wären essenziell für den künftigen Umgang mit der Geschichte. Der Volksbund bleibt ein zentraler Akteur in der Erhaltung des Gedenkens und der Aufklärung über die Gräber – seine Fortführung hängt jedoch von der Spendenbereitschaft der Bevölkerung ab. Gemeinsam kann man hoffen, dass das Engagement für die Erinnerung an die Gefallenen und die Aufarbeitung der europäischen Kriegs- und Gewaltgeschichte ein starkes Fundament findet.