HanseYachts in Greifswald: Bootsmesse zeigt Produktion und Perspektiven!
HanseYachts AG in Greifswald präsentiert Bootsmesse am 8.-9. November 2025, trotz kürzlicher Herausforderungen in der Werftindustrie.

HanseYachts in Greifswald: Bootsmesse zeigt Produktion und Perspektiven!
Das maritime Herz von Greifswald schlägt trotz stürmischer Zeiten kräftig weiter. Die HanseYachts AG, der zweitgrößte Hersteller von Segelyachten weltweit, hat nach finanziellen Schwierigkeiten zu Beginn des Jahres 2025 endlich wieder mit gut gefüllten Auftragsbüchern zu kämpfen. Dies ist ein ermutigendes Zeichen für eine Branche, die in den letzten Jahren mit Herausforderungen rangierte. Am Wochenende öffnet die HanseYachts AG die Türen zu ihrer Bootsmesse im Showroom, wo Besucher die Werksproduktion hautnah erleben können. Hierbei stehen sowohl Segelyachten der Marken Hanse, Dehler und Moody als auch Motorboote von Sealine und Fjord im Fokus. Die Messe wird am Samstag bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 15 Uhr besucht werden können, damit alle Bootsinteressierten auf ihre Kosten kommen.
Doch während sich die positive Entwicklung zeigt, gibt es auch Schatten über der Werft. Wie der Nordkurier berichtet, plant die HanseYachts AG den Abbau von 200 Arbeitsplätzen. Der Vorstand hat diese Entscheidung dem Betriebsrat in einem angespannten Gespräch mitgeteilt, die Gewerkschaft IG Metall zeigt sich kritisch gegenüber der Geschäftsführung und dem Zeitdruck, unter dem der Betriebsrat steht. Ein Erhalt der Arbeitsplätze in Greifswald ist für die Gewerkschaften von höchster Priorität.
Herausforderungen der Werftindustrie
Die Situation der HanseYachts AG reflektiert die breiten Herausforderungen, mit denen die Werftindustrie in Mecklenburg-Vorpommern konfrontiert ist. Den Analysen zur Werftindustrie zufolge haben sich aufgrund globaler Marktveränderungen und technischer Anforderungen viele Werften umstellen müssen. Die Insolvenz der MV Werften im Jahr 2022 ist ein prägendes Beispiel dafür, wie dramatisch die Situation in dieser Branche sein kann. Die Kombination aus sinkender Nachfrage, insbesondere nach Kreuzfahrten während der COVID-19-Pandemie, und finanziellen Engpässen stellt erhebliche Hürden dar.
Die Entwicklungen bei der HanseYachts AG sind besonders bedenklich, da das Unternehmen als einer der größten Arbeitgeber in der Region gilt und etwa 1500 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen wurde 1990 gegründet und hat neben Greifswald auch einen Standort in Goleniów, Polen. Eine der Herausforderungen besteht darin, die Produktionskapazitäten zu sichern und gleichzeitig innovative Technologien in der Schiffsproduktion zu integrieren. Dazu zählen insbesondere umweltfreundliche Antriebstechnologien wie Wasserstoff und LNG sowie der Bau neuer Spezialschiffe für Offshore-Windparks.
Ein Lichtblick am Horizont
Trotz aller Unsicherheiten gibt es Anzeichen für eine positive Wende in der Branche. Strategische Partnerschaften und neue Investoren könnten der Werftindustrie ein dringend benötigtes Comeback bescheren. So zeigt insbesondere das Interesse von ausländischen Investoren – darunter Unternehmen aus Skandinavien – dass es noch Möglichkeiten gibt, die Schiffsproduktion in der Region zu diversifizieren. Der Fokus auf technologische Innovationen und alternative Antriebssysteme könnte der Schlüssel zur Stabilisierung der Werften sein.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die HanseYachts AG und andere maritime Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich durch diese turbulente Zeit manövrieren können, oder ob weitere Maßnahmen notwendig sind, um Arbeitsplätze und Know-how in der Region zu sichern. Die Bootsmesse wird jedenfalls ein wichtiger Schritt sein, um das Interesse an der maritimen Industrie aufrechtzuerhalten und die Bedeutung der Region als Schiffbau-Standort zu unterstreichen.