Kunden gehen auf die Barrikaden: Halteverbot in Greifswald gefährdet Cafés!
Anwohner und Gewerbetreibende in Greifswald wehren sich gegen ein neues Halteverbot in der Mühlenstraße, das durch ein Gerichtsurteil beschlossen wurde.

Kunden gehen auf die Barrikaden: Halteverbot in Greifswald gefährdet Cafés!
In Greifswald sorgt ein neues absolutes Halteverbot in der Mühlenstraße für Aufregung unter Anwohnern und Gewerbetreibenden. Linda Schwenke, die das charmante Café Kaffeemühle führt, sieht sich mit einer ernsthaften Herausforderung konfrontiert. Seit Mitte Oktober 2025 dürfen Kunden nicht mehr vor ihrem Geschäft halten, um antike Möbel zu laden. „Das macht es für meine Kunden unglaublich schwierig“, erklärt sie besorgt. Stattdessen müssen die Möbel bis zu den Ladezonen in den angrenzenden Straßen getragen werden, was besonders für ältere Kunden eine große Hürde darstellt. Laut NDR haben Anwohner und Gewerbetreibende bereits über mögliche Handlungsmöglichkeiten beraten.
Der Grund für diese drastische Änderung ist eine Gerichtsentscheidung, die besagt, dass die Mühlenstraße zu schmal zum Parken ist. Die Klägerin, eine Radfahrerin, hatte erfolgreich gegen haltende Autos in der Fahrradstraße geklagt, was zur Aufhebung der Vorrangregelung für Radler führte und somit ein generelles Halteverbot zur Folge hatte. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen) verteidigte die Notwendigkeit, das Urteil umzusetzen, und betonte die Gefahren eines möglichen Unfall-Schwerpunkts in dieser Straße.
Widerstand und Bedenken
Die Entscheidung der Stadtverwaltung, die Fahrradstraßenregelung in der Mühlenstraße am 8. September 2025 aufzuheben, fand in der Bevölkerung keine große Freude. „Wir haben hier viele Geschäfte, die auf den Lieferverkehr angewiesen sind“, meinte ein betroffener Gewerbetreibender. Ihm zufolge hätte ein absolutes Halteverbot die Be- und Entladung im Viertel unmöglich gemacht. Unter den betroffenen Einrichtungen befinden sich nicht nur der Blumenladen und das Möbelhaus, sondern auch Post, ein Hotel und diverse Handwerks- sowie soziale Dienstleistungen.
Die Stadtverwaltung von Greifswald hat dabei alle Interessengruppen, einschließlich der Polizei, Feuerwehr und Straßenverkehrsbehörde, in die Überlegungen einbezogen. „Es war wichtig, dass wir die verschiedenen Interessen abwägen“, erklärte Bausenator Achim Lerm und bedauerte, dass die vorherige Lösung einen besseren Austausch zwischen den verschiedenen Verkehrsarten ermöglicht hat. Doch nun wird die Mühlenstraße wieder Teil der Tempo-30-Zone in der Innenstadt, die zum Schutz der Anwohner, Fußgänger und Radfahrer dient.
Die Meinungen gehen auseinander
Die Entscheidung, die bestehende Parkregelung beizubehalten, lässt jedoch aufhorchen. Laut dem Oberbürgermeister bringt die rechtliche Auseinandersetzung keine Verbesserungen für den Radverkehr mit sich. „Es ist bedauerlich, dass so viele Interessen aufeinanderprallen und wir keine gute Lösung finden konnten“, resigniert Fassbinder. Trotz der Einschränkungen dürfen Radfahrer zwar weiterhin die Straße nutzen, jedoch nicht mehr nebeneinander fahren. Es bleibt abzuwarten, wie Anwohner und Gewerbetreibende auf die anhaltenden Veränderungen reagieren werden und ob möglicherweise doch ein Umdenken in der Verkehrspolitik stattfindet.