Rückgang syrischer Zuwanderung: Weniger Anträge und mehr Rückkehrende!

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Bis September 2025 sank die Zahl syrischer Zuwanderer nach Deutschland um 46,5 %. Rückkehr und Asylanträge steigen.

Bis September 2025 sank die Zahl syrischer Zuwanderer nach Deutschland um 46,5 %. Rückkehr und Asylanträge steigen.
Bis September 2025 sank die Zahl syrischer Zuwanderer nach Deutschland um 46,5 %. Rückkehr und Asylanträge steigen.

Rückgang syrischer Zuwanderung: Weniger Anträge und mehr Rückkehrende!

In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 ist der Zuzug von syrischen Flüchtlingen nach Deutschland merklich zurückgegangen. Bis September kamen etwa 40.000 Menschen aus Syrien, was einem Rückgang von 46,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht, als über 74.600 Syrer nach Deutschland einreisten. Dies könnte Auswirkungen auf die soziokulturelle Landschaft des Landes und die Integrationspolitik haben. Laut Tagesschau zeigen diese Zahlen, dass die politischen und sozialen Entwicklungen in Syrien auch in Deutschland spürbar sind.

Im gleichen Zeitraum verzeichnete Deutschland einen Anstieg der Rückkehr syrischer Staatsangehöriger in ihre Heimat. 21.800 Syrerinnen und Syrer haben Deutschland in den ersten neun Monaten verlassen, was einen Anstieg von 35,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dies könnte auf die verbesserte Sicherheitslage in einigen Teilen Syriens zurückzuführen sein, nachdem das Regime von Baschar al-Assad im Dezember 2024 gestürzt wurde. Als neuer Interimspräsident wurde Ahmad al-Scharaa ernannt. Trotz dieser Entwicklungen äußerte sich Außenminister Johann Wadephul (CDU) skeptisch über die Rückkehr von Flüchtlingen, was in den Unionsparteien für Kritik sorgte, da dies als Abkehr von der bisherigen Abschiebepolitik verstanden wurde.

Der Rückgang der Asylanträge

Die Zahl der Asylanträge von syrischen Staatsangehörigen ist ebenfalls gesunken: Von Januar bis September 2025 wurden 19.200 Erstanträge registriert, was 21,9 Prozent der insgesamt 87.800 Asylanträge entspricht. Im Vorjahr waren es noch 58.400 Anträge, was einen Rückgang von etwa 67 Prozent bedeutet. Das zeigt, dass die Zahl der Syrer, die in Deutschland Schutz suchen, erheblich nachgelassen hat, wie ZDF feststellt.

Insgesamt lebten zum Jahresende 2024 etwa 713.000 syrische Schutzsuchende in Deutschland, das sind rund 22 Prozent der gesamten Zahl von Schutzsuchenden. Gut die Hälfte von ihnen, 48 Prozent, kam bereits vor oder bis einschließlich 2016 nach Deutschland, während 12 Prozent in Deutschland geboren wurden. Über 90 Prozent der syrischen Schutzsuchenden hatten Ende 2024 einen anerkannten Schutzstatus. Dies deutet darauf hin, dass ein großer Teil der syrischen Gemeinschaft bereits fest integriert ist und möglicherweise nicht mehr den Drang verspürt, nach Deutschland zu kommen.

Integration und Einbürgerung

Mit rund 1,22 Millionen Menschen mit syrischen Wurzeln ist die syrische Diaspora in Deutschland noch immer stark vertreten. Ein bemerkenswerter Punkt ist, dass etwa ein Viertel dieser Gruppe die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Im vergangenen Jahr wurden etwa 83.200 Syrer eingebürgert, was 28 Prozent aller Einbürgerungen ausmachte. Der Fokus auf die Integration der syrischen Bevölkerung bleibt also ein zentrales Thema für die deutschen Behörden.

Die Regierungspläne zur Rückführung syrischer Flüchtlinge sind dennoch im Gespräch. Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte die Ziele der Bundesregierung, Rückführungen nach Syrien anzustreben. Jens Spahn (CDU) schlägt vor, die Anreize für freiwillige Rückkehr zu erhöhen, die aktuell bei 1.000 Euro pro Person liegen. Die politische Diskussion um die Rückkehr und Integration bleibt also spannend.