Aufruf zur politischen Teilhabe: Migranten in Sachsen-Anhalt stärken!
Sachsen-Anhalt ruft Zugewanderte zur politischen Teilhabe auf, um vielfältige Repräsentation vor der Landtagswahl 2026 zu fördern.

Aufruf zur politischen Teilhabe: Migranten in Sachsen-Anhalt stärken!
Die politische Teilhabe von zugewanderten Menschen wird zunehmend zu einem wichtigen Thema in Deutschland. In einem klaren Aufruf rufen Susi Möbbeck, die Landesintegrationsbeauftragte, und LAMSA die Menschen mit Migrationsgeschichte und deutscher Staatsangehörigkeit dazu auf, sich aktiv an der politischen Landschaft zu beteiligen. Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind sie gefordert, ihre Stimme zu erheben und sich als Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen zu lassen. Sachsen-Anhalt.de berichtet, dass nur rund 1 Prozent der Abgeordneten im Land eine Migrationsgeschichte aufweisen, was Sachsen-Anhalt zu einem der niedrigsten Werte in Deutschland macht. Diese erschreckend niedrige Repräsentation führt dazu, dass die Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend Berücksichtigung finden.
Politische Repräsentation und Vertrauen in die Demokratie
Die Forderung nach einer vielfältigeren politischen Vertretung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Landesintegrationsbeauftragte hebt die Bedeutung dieser Teilhabe hervor, um den wachsenden Migrationsanteil in der Gesellschaft auch im Parlament sichtbar zu machen. Politische Teilhabe wird als wesentlicher Schritt zur Schließung der Repräsentationslücke angesehen. Mika Kaiyama, die stellvertretende Geschäftsführerin von LAMSA, betont in diesem Zusammenhang, wie wichtig das Wahlrecht für die politische Partizipation ist. Um diese Zielgruppe zu erreichen, plant LAMSA Dialogveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten, die niedrigschwellige Formate schaffen sollen.
Die Robert Bosch Stiftung unterstützt ähnliche Initiativen, die darauf abzielen, die Repräsentation und Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte in liberalen Demokratien zu verbessern. Das Projekt „Repchance“ analysiert, warum Migrantinnen und Migranten in der Politik oft unterrepräsentiert sind und erarbeitet Handlungsempfehlungen. Bosch Stiftung beschreibt, dass ein Fokus auf die Verbesserung der Voraussetzungen für politische Karrieren gelegt wird.
Herausforderungen und Chancen für Migrantinnen und Migranten
In einer Gesellschaft, die durch zunehmende Mobilität und Einwanderung vielfältiger wird, stellt die soziale und politische Integration von Migrantinnen und Migranten eine Herausforderung dar. Es ist wichtig zu verstehen, welche demokratischen Rechte und Teilhabemöglichkeiten Bedürfnissen entsprechen. Heimatkunde berichtet, dass in Deutschland häufig die Koppelung von Wahlrechten an die Staatsangehörigkeit die Integration bewährter Einwanderer erschwert. In vielen EU-Staaten gilt das Wahlrecht nur für Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, was die politischen Spielräume für Zuwanderinnen und Zuwanderer weiter verengt.
Die Daten zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung – jeder fünfte Mensch in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, in einigen Großstädten sogar jedes zweite Kind. Dennoch besitzt ein großer Teil dieser Menschen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Umso wichtiger ist es, dass die Diskussion über politische Partizipation Raum greift und Bürgerinnen und Bürger mit Migrationsgeschichte ihre Interessen aktiv vertreten können.
Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass unsere Parlamente die gesellschaftliche Realität widerspiegeln und dass jeder eine Stimme hat, die gehört wird.