Das U-Boot U16: Bergung schafft Kontroversen und neue Erkenntnisse!
Die Bergung des U-Bootes U16 in Sachsen-Anhalt sorgt für Kontroversen. Experten diskutieren den historischen Wert und die Sicherheitsaspekte.

Das U-Boot U16: Bergung schafft Kontroversen und neue Erkenntnisse!
Ein Stück Militärgeschichte hat kürzlich die Wasseroberfläche erblickt: Das kaiserliche U-Boot U16, das 1911 in Dienst gestellt wurde, wurde nach über einem Jahrhundert am Meeresgrund geborgen. Wie MDR berichtet, sank das historische Unterseeboot 1919 vor der Insel Scharhörn, als es auf dem Weg nach Großbritannien war. Nun, mehr als 100 Jahre später, ist es wieder in den Fokus gerückt, und das aus gutem Grund.
Die Bergung, die im September 2023 durchgeführt wurde, erfolgte aufgrund von Sicherheitsbedenken. Der Zustand des Wracks war mehr als besorgniserregend. Niedersachsens Landesarchäologe Henning Haßmann stellte fest, dass das U-Boot stark zersetzt war und im Grunde nur noch eine Hülle darstellte, die mit verunreinigten Sedimenten gefüllt war. „Normalerweise werden solche Wracks nicht gehoben, da die Gefahr besteht, dass beim Bergen etwas schiefgeht“, erklärte Haßmann, und genau dies passierte auch: Beim Hochziehen zerbrach U16 in zwei Teile.
Bergung und nasses Erbe
Der Schwimmkran Matador 3, mit einer Hubkraft von 1800 Tonnen, wurde für die heikle Aufgabe eingesetzt. Die Stadtverwaltung, die Bergungsunternehmen und Archäologen gerieten in die Kritik, weil das Wrack ohne Genehmigung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) gehoben wurde. Bei einer Pressekonferenz in Cuxhaven, wie NDR berichtet, wurden die unterschiedlichen Perspektiven von Behörden, Politikern und Wissenschaftlern beleuchtet.
Trotz der Kontroversen gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Etwa ein Viertel des Wracks soll in verschiedenen Museen ausgestellt werden. Der mittlere Rumpf mit Turm wird ab Ostern 2026 im Fahrzeug- und Technikmuseum in Benneckenstein zu sehen sein. Außerdem erhalten das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden die beiden vorderen Torpedorohre und das „Aeronauticum“ in Nordholz ein großes Segment aus der Oberseite des achterschiffs. Hinzu kommen kleine Teile für das Deutsche Marinemuseum in Wilhelmshaven und das Internationale Maritime Museum in Hamburg.
Wissenschaftliche Analyse und Geschichte
Wertvolle Forschungsergebnisse dürfen ebenfalls nicht auf der Strecke bleiben. Wissenschaftler der Universität Magdeburg und der Technischen Universität Clausthal planen, das Material des U-Bootes eingehend zu analysieren, um mehr über die Fertigungstechniken der Kaiserlichen Marine zu erfahren. „Es war spannend zu sehen, wie zeitgemäß der Bau damals war“, sagte Haßmann, der zudem betonte, dass viele Innovationen seitens der Marine nur unzureichend dokumentiert wurden, wie Ingenieur.de berichtet.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Bergung des U16 nicht nur Fragen zu unserer maritimen Geschichte aufwirft, sondern auch über den Umgang mit solchen Denkmälern nachdenken lässt. Experten vermuten, dass der Großteil des U-Bootes schließlich nicht bewahrt, sondern dokumentiert und verschrottet wird. Diese Entscheidung stößt auf gemischte Reaktionen, bleibt jedoch aus finanziellen Gründen ein praktischer Schritt.