Lüddemann und Striegel: Abschied von der Grünen Fraktion in Sachsen-Anhalt!

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Cornelia Lüddemann und Sebastian Striegel kündigen Rückzug aus der Politik in Sachsen-Anhalt an, um Platz für junge Frauen zu schaffen.

Cornelia Lüddemann und Sebastian Striegel kündigen Rückzug aus der Politik in Sachsen-Anhalt an, um Platz für junge Frauen zu schaffen.
Cornelia Lüddemann und Sebastian Striegel kündigen Rückzug aus der Politik in Sachsen-Anhalt an, um Platz für junge Frauen zu schaffen.

Lüddemann und Striegel: Abschied von der Grünen Fraktion in Sachsen-Anhalt!

Cornelia „Conny“ Lüddemann, die Vorsitzende der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt, hat heute bekannt gegeben, dass sie bei der Landtagswahl im September 2026 nicht erneut antreten wird. Nach über 14 Jahren im Landtag zieht Lüddemann sich aus der Politik zurück, um Platz für jüngere Frauen zu schaffen. "Die Förderung von Frauen in der Politik war mir stets ein Herzensanliegen", erklärte die 57-Jährige in ihrer Ankündigung, die dubisthalle.de aufgreift.

Ein weiterer großer Schritt ist der Rückzug von Sebastian Striegel, einem weiteren Grünen-Abgeordneten, der ebenfalls angekündigt hat, nicht mehr zu kandidieren. Striegel betont die Bedeutung von Wandel in der politischen Landschaft von Sachsen-Anhalt. "Stetige Veränderung ist notwendig", so Striegel, der zusammen mit Lüddemann in den letzten Jahren das Gesicht der Grünen in Sachsen-Anhalt geprägt hat.

Die Erfolge von Lüddemann in der Landespolitik sind nicht zu übersehen. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Grünen 2016 wieder ins Parlament einziehen konnten und hat die Kenia-Koalition (CDU, SPD, Grüne) maßgeblich mitgestaltet. Ihr Engagement für Klimaschutz, Bildung und soziale Gerechtigkeit hebt Susan Sziborra-Seidlitz, die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, besonders hervor. Auch Dennis Helmich, der Landesvorsitzende, betont Lüddemanns Kompetenz in Gleichstellungsfragen und ihren unermüdlichen Einsatz für nachhaltige Mobilität.

Was bedeutet dieser Rückzug für die Grünen?

Nach Lüddemanns Entscheidung wird die Partei sich personell neu aufstellen müssen. Susan Sziborra-Seidlitz hat bereits Ambitionen, als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im September 2026 anzutreten. Über die genauen Listenplätze wird im November 2023 entschieden. Kandidaten wie Madeleine Linke, Mamad Mohamad und Wolfgang Aldag stehen bereits fest, während die Zukunft von Lüddemann-Verbündeten wie Olaf Meister, Sebastian Striegel und Dennis Helmich noch unklar ist.

Die Grünen kämpften bei der letzten Landtagswahl 2021 um 5,9 Prozent der Stimmen und präsentierten im Parlament sechs Abgeordnete. Bei der kürzlichen Bundestagswahl im Februar 2023 hingegen konnten sie nur 4,4 Prozent erreichen, was die Dringlichkeit zeigt, sich neu zu formieren.

Frauen in der Politik: Ein dringendes Anliegen

Lüddemann hat immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, den Anteil von Frauen im Landtag zu erhöhen, der derzeit bei nur 22 Prozent liegt. Sie äußerte sich oft entschieden für die Einführung eines Parité-Gesetzes, um die Gleichberechtigung im politischen Raum zu stärken. Diese Thematik ist auch für die Landesregierung von Bedeutung, die plant, das Frauenförderungsgesetz weiterzuentwickeln.

Debatten über Frauenwahlrechte und Gleichstellung sind in Sachsen-Anhalt nicht neu. Bereits 1918 nahmen Frauen aktiv an Wahlen teil, und bis heute spielt die Gleichstellung eine zentrale Rolle in der politischen Landschaft des Bundeslandes. Wie die landtag.sachsen-anhalt.de weist, sind Frauen in Entscheidungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Der Bedarf an verbindlichen Instrumenten zur Teilhabe von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen bleibt also stark.

Lüddemann selbst hat sich stets für eine vehemente Vermehrung des Frauenanteils im Landtag eingesetzt und fordert, dass die gesellschaftliche Realität auch in der politischen Vertretung abgebildet wird. Dies wird von anderen Abgeordneten, wie Eva von Angern von der LINKEN, unterstützt, die eine Frauenquote befürworten, um bestehende Ungleichheiten zu überwinden.

Der Rückzug von Lüddemann und Striegel könnte somit sowohl einen Einschnitt als auch eine Chance für die Grünen darstellen, frischen Wind in die politische Landschaft zu bringen. Ihre Entscheidung mag das Ende einer Ära markieren, aber sie eröffnet auch Raum für neue Stimmen und Perspektiven.