Protest gegen neuen Steinbruch: Niemberg kämpft um Ackerland!
Im Saalekreis protestieren Bürger gegen einen neuen Steinbruch in Niemberg, geplant für 2026. Besorgnis über Lärm und Umwelt.

Protest gegen neuen Steinbruch: Niemberg kämpft um Ackerland!
In Niemberg, einem kleinen Ort im Saalekreis, brodelt es gewaltig. Im Zentrum des Konflikts steht die geplante Erschließung eines neuen Steinbruchs durch die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH, das von vielen Anwohnern und einer Bürgerinitiative heftig kritisiert wird. Die Anwohner fürchten, dass der Abbau von Porphyrgestein nicht nur Lärm und Staub bringt, sondern auch fruchtbaren Ackerboden gefährdet. Wie MDR berichtet, haben über 500 Menschen ihre Besorgnis in Form von Protestschreiben an das Landesamt für Geologie und Bergwesen geäußert, während die offizielle Entscheidung der Behörde noch aussteht.
Die Bürgerinitiative hat nicht nur die Öffentlichkeit mobilisiert, sondern auch 97 Abgeordnete im Landtag angeschrieben und den Bürgermeister der betroffenen Gemeinden hinter sich gebracht. Diese sind ebenfalls gegen das Vorhaben der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH, die derzeit einen anderen Steinbruch im Saalekreis betreibt, dessen Genehmigung bald ausläuft. Die Porphyrvorkommen in diesem bestehenden Steinbruch neigen sich dem Ende zu, weshalb der neue Tagebau mit einer geplanten Fläche von fast 52 Hektar dringend von Nöten sein soll.
Umweltbedenken und Naturschutz
Ein weiterer Punkt, der viele Niemberger besorgt, ist die Nähe des geplanten Steinbruchs zu einem Naturschutzgebiet, dem Burgstetten. Die Anwohner betonen, dass die Erschließung dieses Gebiets nicht nur die Umwelt gefährdet, sondern auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort erheblich beeinträchtigt. Im ersten Quartal 2026 soll ein Bürgergespräch stattfinden, das den Betroffenen eine Plattform bieten könnte, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.
Die Hintergründe des Projekts sind spannend: Die Bergbaurechte für den neuen Tagebau wurden bereits vor rund 30 Jahren gesichert. Porphyr, ein Vulkangestein, entsteht durch das langsame Abkühlen von Magma und findet hauptsächlich im Bauwesen, insbesondere im Straßenbau, Verwendung. Doch trotz dieser wirtschaftlichen Aspekte bleibt die Frage offen, ob die damit verbundenen Nachteile nicht überwiegen.
Konflikt zwischen Entwicklung und Naturschutz
Während die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH zweifellos ein gutes Geschäft wittert, ist der Konflikt zwischen den Interessen der Industrie und dem Schutz der Umwelt und Lebensqualität der Anwohner hochaktuell. Es bleibt abzuwarten, wie die Behörde und die Politik auf die Proteste der Bürgerinitiative reagieren werden. Die Entscheidung wird mit großer Spannung erwartet, und die betroffenen Gemeinden haben die Situation fest im Blick.