Berührendes Konzert: Lewandowskis Psalmen verzaubern die Stadtkirche!
Am 5. September 2025 fand in Wittenberg ein berührendes Konzert mit Werken von Louis Lewandowski statt, das die Zuhörenden begeisterte.

Berührendes Konzert: Lewandowskis Psalmen verzaubern die Stadtkirche!
Am 5. September fand in der Stadtkirche ein eindrucksvolles Konzert statt, das nicht nur Kenner der Musik begeisterte, sondern auch viele Neugierige in seinen Bann zog. Die Kantorei und der Kammerchor aus Berlin-Frohnau traten im Rahmen der Reihe „Orgelmusik zum Wochenschluss“ auf und präsentierten Werke des polnisch-jüdischen Komponisten Louis Lewandowski (1821-1894). Sein musikalisches Erbe ist bis heute von großer Bedeutung für die jüdische liturgische Musik und zieht Menschen vom ganzen Kontinent in den Bann.
Lewandowski, Sohn eines Synagogendieners, wurde am 23. April 1821 in Wreschen, im heutigen Polen, geboren. Nach seinem Umzug nach Berlin im Alter von zwölf Jahren studierte er Klavier und Gesang, was ihm eine wichtige Karriere als Komponist und musikalischer Direktor der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße einbrachte. Seine Werke, darunter zahlreiche Psalmvertonungen, gelten als Grundbestandteil der Musik in liberalen und konservativen Synagogen weltweit. Besonders beeindruckend sind seine Arrangements antiker hebräischer Melodien, die er mit Elementen der europäischen romantischen Musik verband, wobei die Orgel eine zentrale Rolle einnimmt, wie das Laurentius-Musikverlag hervorhebt.
Ein berührendes Konzert
Unter der Leitung von Kreiskantor Jörge Walter und begleitet von Claudia Bartkowski an der Orgel, vermittelten die Chöre die eindrucksvollen Psalmen, die das Publikum tief berührten. Zu den dargebotenen Texten zählten unter anderem Psalm 134 („Wohlan, preiset den Herrn“) und Psalm 51 („Ein reines Herz erschaffe in mir“). Die Darbietung dauerte etwa eine Stunde und erfing durch die emotionale Kraft von Lewandowskis Musik die Zuhörerschaft.
Seine musikalische Laufbahn war gespickt mit Erfolgen; so entwickelte er ein umfangreiches Repertoire für den Synagogenritus und wurde zu einem der größten Reformer der jüdischen Musik. Viele seiner Schüler avancierten zu prominenten Kantoren, und auch seine Erben setzten sich für gemeinschaftliches Singen in den Synagogen ein. Seine Melodien gehören heute zum festen Bestandteil der Gottesdienste in zahlreichen Reform- und orthodoxen Gemeinden weltweit. Besonders in den letzten Jahrzehnten haben Initiativen wie das jährliche „Louis Lewandowski Festival“ in Berlin und Alben des Zemel Choir in London eine Renaissance seiner Werke ausgelöst, wie die Wikipedia-Seite zu Lewandowski dokumentiert.
Ein bleibendes Erbe
Lewandowskis Einfluss reicht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Sein Werk wird im liberalen jüdischen Viertel in Amsterdam und in Johannesburg von einem nicht-konfessionellen Chor aufgeführt, der sich der Verbreitung seiner Musik widmet. Der Komponist starb am 4. Februar 1894 in Berlin und hinterließ ein reiches musikalisches Erbe, das auch heute noch von Chören und Ensembles aufgeführt wird – ein eindrucksvolles Zeugnis seines Lebens und Schaffens, das durch Konzerte wie das in der Stadtkirche Wittenberg lebendig gehalten wird.
Die Vielfalt der dargebotenen Werke macht deutlich, dass Lewandowskis Kompositionen nicht nur zur Aufführung gedacht sind, sondern auch tiefgründige emotionale Erlebnisse für die Hörer schaffen. Sein Name wird weiterhin in den Gottesdiensten und Konzerten zitiert, und seine Musik bleibt ein fester Bestandteil der jüdischen Identität und Kultur. Auch wenn Lewandowski in einem anderen Jahrhundert lebte, lebt seine Musik durch solche Veranstaltungen weiter und berührt die Herzen der Menschen noch heute.