Israelsonntag in Wittenberg: Mut, Musik und Chagalls Meisterwerke!

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Am 24. August 2025 feiert Wittenberg den Israelsonntag in der Stadtkirche St. Marien mit Predigt und musikalischen Darbietungen.

Am 24. August 2025 feiert Wittenberg den Israelsonntag in der Stadtkirche St. Marien mit Predigt und musikalischen Darbietungen.
Am 24. August 2025 feiert Wittenberg den Israelsonntag in der Stadtkirche St. Marien mit Predigt und musikalischen Darbietungen.

Israelsonntag in Wittenberg: Mut, Musik und Chagalls Meisterwerke!

Der August hält eine spannende Reihe von Veranstaltungen rund um den Israelsonntag in Wittenberg bereit. Am Sonntag, dem 24. August 2025, lädt die Stadtkirche St. Marien zur Feier des Israelsonntags ein, der um 11 Uhr an der Stätte der Mahnung beginnt. Im Anschluss wird der Gottesdienst von Dr. Christin Jahn, der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, mit der Predigt „Ein Empfinden von Mut und Trotz“ fortgesetzt. Zusammen mit der Schloss- und Stadtkirchengemeinde soll dieser Tag eine Gelegenheit bieten, sich intensiv mit den jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen. Laut Stadtkirchengemeinde Wittenberg wird die musikalische Untermalung durch die Cellistin Marika Gejrot an der beeindruckenden Skulptur RESTLICHT auf dem Wittenberger Marktplatz fortgeführt.

Doch bevor es zum großen Gottesdienst kommt, steht bereits am Freitag, dem 15. August 2025, ein weiteres Highlight auf dem Programm: Die Eröffnung der Ausstellung „Chagall malt die Bibel“. Ab 18 Uhr gibt es ein musikalisches Vorprogramm mit Orgelmusik, bevor Christhard-Georg Neubert, der Vorsitzende der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg, um 18:45 Uhr zur Eröffnung sprechen wird. Die Ausstellung, die bis Ende Oktober zu sehen sein wird, zeigt acht Farblithografien aus Marc Chagalls Zyklus „La Bible“ von 1956. Eine wunderbare Gelegenheit, in die bildlichen Erzählungen des Künstlers einzutauchen und die Verbindung zwischen Kunst und Glauben zu entdecken.

Vorträge und Diskurse

Weiter geht es am Freitag, dem 22. August 2025, mit einem Vortrag von Michael Weise, der sich mit der kontroversen Frage beschäftigt: „Jesus, der Galiläer – Jesus, der erste Antisemit?“ Der Vortrag beginnt um 18:45 Uhr, ebenfalls nach Orgelmusik um 18 Uhr. Michael Weise wird die Diskussionen über die jüdische Identität Jesu während der Zeit des Nationalsozialismus und deren Auswirkungen auf die evangelische Kirche beleuchten. Die musikalische Gestaltung wird durch die Beiträge von Kantor Christoph Hagemann an der Orgel und Frauke Messing an der Flöte ergänzt, die Werke jüdischer Künstlerinnen und Künstler präsentieren werden. Diese Veranstaltungen bieten nicht nur einen kulturellen, sondern vor allem auch einen theologischen Kontext für die Auseinandersetzung mit Antijudaismus und Antisemitismus, wie wb-mittendrin betont.

Die Thematisierung dieser historischen Spannungen ist besonders wichtig, da christlicher Glaube und Antisemitismus laut einem Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) vom November 2023 als unvereinbar gelten. Die EKD hat sich intensiv mit ihrer Schuldgeschichte auseinandergesetzt und Ressourcen zur Verfügung gestellt, um Antisemitismus aktiv zu bekämpfen. Auf ihrer Webseite ekbo.de finden Interessierte zahlreiche Informationen, um sich mit der Rolle des Christentums im Antisemitismus auseinanderzusetzen und sich aktiv gegen diesen Ungeist einzusetzen.

In Anbetracht der Tatsache, dass seit Oktober 2023 die Zahl judenfeindlicher Straftaten in Deutschland angestiegen ist, sind solche Veranstaltungen wichtiger denn je. Sie eröffnen eine Plattform für Diskussionen und Reflexionen über die Verantwortung der Kirche und der Christenheit insgesamt. Mit einem guten Händchen für die Thematik und einem breiten Angebot an Veranstaltungen sollte für jeden etwas dabei sein, der bereit ist, sich auf diese tiefgehende Auseinandersetzung einzulassen.