Ameisen-Invasion in Sachsen: Große Drüsenameise bedroht Infrastruktur!
In Sachsen breitet sich die invasive Ameisenart Tapinoma magnum aus, die Infrastrukturen gefährdet und schwer zu bekämpfen ist.

Ameisen-Invasion in Sachsen: Große Drüsenameise bedroht Infrastruktur!
Die Große Drüsenameise, auch bekannt als Tapinoma magnum, ist zur Zeit in Deutschland auf dem Vormarsch und bereitet nicht nur den Naturliebhabern, sondern auch den Behörden Kopfzerbrechen. Die Artenvielfalt des Landes wird gezielt durch invasive Arten wie diese bedroht. Was steckt hinter dieser kleinen, schwarzen Ameise, und warum ist sie in aller Munde?
Aktuelle Berichte zeigen, dass in Sachsen gleich drei Fundorte dieser Ameisenart dokumentiert wurden: Coswig, Langebrück und Übigau bei Dresden. Es wird vermutet, dass sich diese Ameisenart durch den Import mediterraner Kübelpflanzen verbreitet hat, insbesondere über Gartencenter und den Gemüseanbau. So fanden bereits Strom- und Internetausfälle in Kehl, Baden-Württemberg, statt, die direkt auf die Aktivitäten der Tapinoma magnum zurückzuführen sind. Eine besorgniserregende Entwicklung, zumal die Ameisen auch in anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Hessen und sogar in Städten wie Köln und Hannover Sichtungen hatten. Auch die Natur ist betroffen: Die Ameisen unterhöhlen Böden, was etwa auf Spielplätzen zu Problemen führen kann, und sie schaffen begehrte „Ameisenautobahnen“ auf der Suche nach Nahrung.
Das Gefährliche am kleinen Ungeziefer
Die Tagesschau berichtet, dass die Ameisen typischerweise nur 2 bis 4 Millimeter groß sind, das aber keine Selbstverständlichkeit ist. Es sind erhebliche Größenunterschiede unter den Arbeiterinnen zu beobachten. Auffällig sind die kleinen Sand- und Erdhügel, die an den Nesteingängen gebildet werden. Bei drohender Gefahr setzen die Ameisen einen intensiven Duftstoff frei, was die Bekämpfung erschwert. Denn diese aggressiven Kleintiere bilden große Netzwerke und keine Einzelkolonien. Experten warnen vor Superkolonien, die Hunderttausende bis Millionen von Ameisen umfassen können.
Ein weiteres Problem ist die Identifizierung dieser Ameisenart. Das Bundesamt für Naturschutz hat zwar festgestellt, dass die Art in Deutschland nicht offiziell als invasive eingestuft ist, jedoch wird sie zunehmend als Schädling wahrgenommen. Bernhard Seifert, ehemaliger Leiter der Sektion Fluginsekten am Senckenberg Museum, hat das Vorkommen in Dresdner Gartencentern und Langebrück bestätigt. Viele Bürger könnten sich in puncto Bekämpfung an ihre Kommunen wenden, denn der Einsatz von privaten Insektiziden ist nicht ratsam, da diese oft wirkungslos und gesundheitsschädlich sind. Ludwigshafen24 beschreibt, dass in einigen Städten bereits Heißwasser zur Bekämpfung eingesetzt wird – eine Methode, die vielversprechend, aber auch kostspielig und arbeitsintensiv ist.
Prävention und Bekämpfung
Die Bekämpfung dieser invasiven Ameisenart ist eine Herausforderung, da sie sich schnell vermehren und in großen Gruppen auftreten. Die Frühzeitige Erkennung eines Befalls ist entscheidend, und Hausbesitzer werden geraten, Gartenpflanzen und die beimpfte Erde regelmäßig zu kontrollieren. Verdächtige Tiere sollten unverzüglich gemeldet werden. Besonders wichtig ist auch, Gehwege und Gärten sauber zu halten sowie potenzielle Eintrittsstellen in Gebäude zu schließen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Tapinoma magnum nicht nur eine Herausforderung für Naturliebhaber darstellt, sondern auch Einfluss auf die technische Infrastruktur haben kann. Die steigenden Meldungen deuten darauf hin, dass hier schnelles Handeln gefragt ist, um die Verbreitung der Ameisen einzudämmen. Daher liegt es an jedem Einzelnen und den zuständigen Behörden, dem Problem Herr zu werden und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.