CSD in Bautzen: 3.000 für Menschenwürde, 450 Rechte auf der Gegenseite!
Am 10.08.2025 feierten in Bautzen 3.000 Menschen den Christopher Street Day, trotz rechtsextremer Gegendemonstrationen.

CSD in Bautzen: 3.000 für Menschenwürde, 450 Rechte auf der Gegenseite!
In Bautzen, Sachsen, fand am 10. August 2025 der dritte Christopher Street Day (CSD) statt, der in diesem Jahr unter dem kraftvollen Motto “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch in Bautzen!” stand. Knapp 3.000 Menschen nahmen an der Parade teil, wobei die Veranstalter sogar von bis zu 4.300 Teilnehmern sprachen. Dies ist ein bemerkenswerter Anstieg, denn vor zwei Jahren, beim ersten CSD in der Stadt, waren es nur 350 Teilnehmer. Die Polizei hingegen zählte etwa 2.000 Menschen in der Menge, was dennoch ein starkes Zeichen für die queere Community darstellt.
Der CSD wird nicht nur als Feier der Vielfalt verstanden, sondern auch als Mahnung. Der Widerstand queerer Menschen geht auf die Ereignisse von 1969 in der Christopher Street in New York zurück. In Bautzen war die Veranstaltung besonders wichtig, da im Vorjahr rechtsextreme Proteste und aggressives Verhalten eine Abschlussparty zum Scheitern brachten. Die sächsische Polizei war daher gut vorbereitet und stellte sicher, dass die Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit gewahrt bleiben. Sie begleitete die Versammlungen mit einem Großaufgebot und sorgte dafür, dass die verschiedenen Gruppen voneinander getrennt blieben.
Ein starker Zusammenhalt
Unter den Teilnehmern war Jonas Löschau, ein queerer Aktivist und Stadtrat der Grünen, der an der Maria-und-Martha-Kirche zu den Anwesenden sprach. Er betonte die hohe Teilnahmezahl als Ausdruck der Solidarität für queeres Leben im ländlichen Raum. Diese Solidarität war nötig: Parallel zum CSD fand eine Gegendemonstration von etwa 450 rechtsextremen Teilnehmern statt. Die Polizei nahm auch diese Versammlung ernst, um mögliche Konflikte zu vermeiden. Trotz vereinzelter verbaler Auseinandersetzungen und kleineren Straftaten wurde der CSD weitgehend friedlich durchgeführt.
Trotz der ermutigenden Zahl der Unterstützer ist die Situation für die queere Community in Deutschland nach wie vor angespannt. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt einen Anstieg queerfeindlicher Straftaten, die sich seit 2010 verzehnfacht haben. Erschreckenderweise sind CSDs und andere LGBTQI*-Events häufig Ziel solcher Bedrohungen. Historiker warnen darüber hinaus vor einem möglichen Rückschritt in den Rechten der queeren Menschen, nachdem Kämpfe für Gleichberechtigung eine lange Geschichte hatten.
Politische Unterstützung und Herausforderungen
Die politische Unterstützung für den CSD zeigte sich unter anderem durch die Anwesenheit von Sophie Koch, der Queerbeauftragten der Bundesregierung, und Karsten Vogt, dem Oberbürgermeister von Bautzen. Auch Sachsens Innenminister Armin Schuster ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, um ein Zeichen für die Integration und Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft zu setzten.
Natürlich war gerade in diesem Jahr die Planung des CSD von zusätzlichen Regelungen geprägt. Der Landkreis Bautzen hatte rechtliche Beschränkungen per Allgemeinverfügung erlassen, welche unter anderem Verbote für einheitliche schwarze Kleidung und das Marschieren im Gleichschritt beinhalteten. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Versammlungen einzelner Gruppen zu regulieren, um damit mögliche Konflikte im Keim zu ersticken.
In Anbetracht der Herausforderungen, denen queere Menschen in Deutschland gegenüberstehen, bleibt der CSD ein wichtiges Symbol des Widerstands für Rechte und Gleichstellung. Während der Regenbogen in Bautzen lebhaft strahlte, erinnerte er auch an die fortwährenden Kämpfe gegen Diskriminierung, die es nach wie vor zu führen gilt.
Für viele wird auch in Zukunft klar sein: Da liegt was an für die Sichtbarkeit queerer Menschen! Die Beteiligung an Kundgebungen ist nicht nur ein Zeichen des Mutes, sondern auch eine Aufforderung, gemeinsam gegen Intoleranz und Ausgrenzung aufzustehen.
Zum Abschluss bleibt festzuhalten, dass der CSD in Bautzen, ganz gleich, ob er nun von 3.000 oder 4.300 Menschen besucht wurde, ein deutliches Zeichen für Solidarität und Hoffnung war.
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