Bahnchaos zwischen Zittau und Ebersbach: So funktioniert der SEV!
Schienenersatzverkehr zwischen Zittau und Ebersbach ab Juli wegen einsturzgefährdeter Brücke in Mittelherwigsdorf. Details hier.

Bahnchaos zwischen Zittau und Ebersbach: So funktioniert der SEV!
Es tut sich was im grenzüberschreitenden Bahnverkehr zwischen Zittau und Ebersbach: Seit Ende Juli steht die Strecke still, und das hat einen triftigen Grund. Eine Brücke in Mittelherwigsdorf gilt als einsturzgefährdet, was zur Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs (SEV) führte. Rund 20 Fahrgäste warten am Bussteig am Bahnhof auf den um 10:36 Uhr abfahrenden Gelenkbus der DB Regio Ost, der mit drei Minuten Verspätung die Fahrt antreten kann. Gut ausgestattet mit großräumigen Gepäckablagen und USB-Anschlüssen, bringt der Bus die Reisenden sicher zum Ziel.
Wer sich auf den Trilex-Bahnverkehr verlässt, wird ebenfalls enttäuscht. Die Bahn hat den Verkehr zwischen Ebersbach und Zittau eingestellt, was bedeutet, dass die Linie L7 (Seifhennersdorf-Zittau-Liberec) vorerst vollständig entfällt. Wer von Dresden nach Zittau möchte, muss sich umstellen und über Görlitz fahren, wo stündliche Züge bereitstehen. Doch diese Fahrt zieht sich: Statt einer Stunde, braucht man nun über zwei Stunden und 32 Minuten. „Das macht das Ganze nicht gerade leichter“, murmelt ein Reisender am Busbahnhof während er auf den SEV wartet, wie MDR berichtet.
Baustelle auf der B96
Die Situation wird zusätzlich verschärft durch die Sperrung der Bundesstraße 96 zwischen Mittelherwigsdorf und Oderwitz wegen ebenfalls notwendiger Bauarbeiten. Hier ist die Umfahrung für die Autofahrer ebenfalls keine leichtere Aufgabe, was für zusätzlichen Unmut sorgt. Die Anwohner und Pendler merken, dass das Verkehrsnetz in der Region dringend auf Vordermann gebracht werden muss.
Die zuständigen Stellen, darunter der Landkreis und die Bahn, haben bereits Gespräche eingeleitet, um das weitere Vorgehen zu klären. Geplant ist auch eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer, die bis Ende September oder Anfang Oktober errichtet werden soll. Der Rückbau der gefährdeten Brücke soll bis spätestens November abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt unklar, wann Züge wieder über Mittelherwigsdorf verkehren werden, was viele Reisende verunsichert.
Investitionen in die Infrastruktur
Die angespannte Lage innerhalb des Verkehrssektors spiegelt sich auch in den aktuellen politischen Bestrebungen wider. Die Bundesregierung plant, bis 2029 insgesamt 166 Milliarden Euro in die Infrastruktur zu investieren, vor allem in die Sanierung maroder Bahnstrecken und Autobahnbrücken. Ein Teil dieses Pakets, rund 107 Milliarden Euro, fließt in die Schiene, was einer Steigerung um 60 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2020 bis 2024 entspricht. Das zeigt, dass der Handlungsbedarf enorm ist, wie auch Tagesschau vermeldet.
„Wir müssen jetzt ein gutes Händchen haben, um die bestehende Infrastruktur zu verbessern und den Verkehr in der Region wieder flüssiger zu gestalten“, sagt Katerina Hagen, Pressesprecherin des Trilex-Betreibers. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und effizient die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden können, denn ein funktionierendes Verkehrsnetz ist für alle entscheidend, die auf ein gutes Miteinander angewiesen sind.