Klassenzimmer im Gedenken: Sachsen ehrt den 9. November!
Am 9. November erinnern Schulen in Sachsen an prägende Ereignisse der deutschen Geschichte durch spezielle Projekte und Veranstaltungen.

Klassenzimmer im Gedenken: Sachsen ehrt den 9. November!
Am 9. November schauen viele auf die bewegte deutsche Geschichte, denn dieser Tag bringt zahlreiche Ereignisse mit sich, die das Schicksal des Landes geprägt haben. Wie die Bildung Sachsen berichtet, stellte das Jahr 1918 den Endpunkt des Kaiserreichs dar und leitete die Gründung der Republik ein. Nur zwanzig Jahre später, im Jahr 1938, erlebten die Deutschen die Pogromnacht, eine dunkle Stunde, in der Synagogen in ganz Deutschland in Flammen aufgingen und die systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung symbolisierten. Doch nicht nur traurige Ereignisse sind diesem Datum zuzuordnen: 1989 fiel die Berliner Mauer, ein Wendepunkt, der den Weg zur deutschen Einheit ebnete.
In Sachsen wird der 9. November in den Schulen aktiv thematisiert, um die nachfolgenden Generationen für die Geschichte und die Werte der Demokratie zu sensibilisieren. Zwischen dem 3. und 17. November 2025 bietet das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) vielseitige Angebote an, die sich an Lehrkräfte sowie Lernende richten. Ausstellungen, Zeitzeugengespräche und digitale Lernformate stehen auf dem Programm, und interessierte Lehrer können auf einer speziellen TaskCard weitere Informationen finden.
Ein besonderes Konzert
Ein Highlight in diesem Kontext sind die Schülergesprächskonzerte der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie Dresden, die seit 2016 an Gymnasien und Oberschulen in Sachsen stattfinden. Am 27. Oktober 2025 wurde ein solches Konzert am Marie-Curie-Gymnasium in Dresden veranstaltet, das auf große Resonanz stieß. Michael Hurshell, der Leiter der Kammerphilharmonie, stellte sich den Fragen der Schüler – ein überaus wertvoller Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Lehrkräfte, die Interesse an einem Konzert haben, dürfen sich gerne per E-Mail an die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden wenden: schalom@juedische-philharmonie-dresden.de. Diese Gespräche und Konzerte bieten eine hervorragende Plattform, um gegenwärtige Werte und historische Einsichten zu verbinden.
Zahl 9 im Fokus
Doch nicht nur die historischen Ereignisse des 9. Novembers sind faszinierend, auch die Zahl selbst hat eine interessante Bedeutung. Die Zahl 9 ist die größte einstellige Zahl im Dezimalsystem, und sie hat überdies in zahlreichen Kulturen ihre symbolische Bedeutung. In Indien wird die 9 in der Astrologie hoch geschätzt, während sie in der chinesischen Kultur als Glückszahl gilt, da sie ähnlich klingt wie das Wort für ‘langanhaltend’. Von den verschiedenen mathematischen Eigenschaften her, ist die 9 ebenfalls bemerkenswert – unter anderem die einzige Quadratzahl, die als Summe zweier aufeinanderfolgender positiver Würfel entstehen kann.
Wusstest du, dass es in der nordischen Mythologie eine tiefe Verbindung zwischen der Zahl 9 und Odin gibt? Diese Zahl zieht sich durch viele Lebensbereiche – von Geburt und Schwangerschaft, die im Normalfall neun Monate dauern, bis hin zu den neun Formen von Durga im indischen Navaratri-Festival. Eine ganz besondere Zahl, die dieser Geschichte nicht nur einen mathematischen, sondern auch kulturellen Kontext verleiht.
Wenn man all diese Aspekte betrachtet, sieht man, dass der 9. November nicht nur ein Datum für Geschichtsbücher ist, sondern auch ein Anlass, über die gesellschaftlichen Werte nachzudenken, die wir alle tragen.