Neonazi-Vorwürfe im OB-Wahlkampf: Jurisch und die Schwarze Sonne
Meißen steht im Fokus der OB-Wahl 2025, während rechtsextreme Symbole und Kontroversen die politische Debatte beeinflussen.

Neonazi-Vorwürfe im OB-Wahlkampf: Jurisch und die Schwarze Sonne
In Meißen stehen die Wahlen zum Oberbürgermeister bevor, und ein Kandidat sorgt bereits jetzt für Aufregung. Der OB-Kandidat der AfD, Jens Jurisch, wird nicht nur als umstritten wahrgenommen, sondern offen als Neonazi bezeichnet, nachdem er die „Schwarze Sonne“ tätowiert hat. Dieses Symbol, das aus gespiegelten Siegrunen oder Hakenkreuzen besteht, hat einen tiefen Bezug zur rechtsextremen Szene und wurde in den 20ern von einem Heimatverein gegründet, dessen Vorgänger Jurisch einst angehörte. Berichten von MDR zufolge trat Jurisch aus der NPD aus, da ihm diese zu sozialistisch erschien.
Was hat es nun mit der „Schwarzen Sonne“ auf sich? Laut Belltower.news verehren Neonazis den Nationalsozialismus und wünschen sich dessen Rückkehr. Die Verwendung von Symbolen, die mit der NS-Zeit assoziiert sind, hat unter diesen Kreisen Konjunktur. Auch wenn Hakenkreuze in all ihren Varianten in Deutschland verboten sind, benutzen rechtsextreme Gruppen alternative Symbole wie die „Schwarze Sonne“, die als Ersatz für das Hakenkreuz fungiert und auf vielerlei Art, etwa als Tattoo oder Schmuck getragen wird.
Kritik an Buntes Meißen
Im Stadtrat sorgt Jurisch für Aufsehen, besonders durch seine Abneigung gegenüber dem Verein „Buntes Meißen“. Er bezeichnet die Antifa als kriminelle Vereinigung und lehnt Gesprächsangebote des Vereins vehement ab. Seiner Meinung nach müssen alle Projekte auf den Prüfstand, um die Interessen seiner Wähler zu vertreten. Dies führt zu einem grundlegenden Konflikt in der Stadtgesellschaft.
Fraktionsübergreifende Unterstützung erhält Jurisch nicht. Die Parteien CDU, Unabhängige Liste Meißen, Bürger für Meißen, SPD und Linke haben sich einstimmig hinter den anderen Kandidaten Markus Renner gestellt. Renner, der seit 2016 Bürgermeister ist, lehnt einen Wahkampf gegen Jurisch und die AfD ab und erachtet ein Verbot der AfD für nicht sinnvoll. Dabei schätzt er Jurischs Engagement im Stadtrat, sieht ihn aber nicht als kompetenten Oberbürgermeister; besonders die FDP-Kandidaten schätzt er als nicht ausreichend fähig ein.
Politisches Gerangel und Wahlkampf
Die Situation im Stadtrat ist angespannt. Martin Bahrmann, ein weiterer Kandidat, der seit 2009 im Stadtrat ist, kritisiert Renner. Er zietiert die Unterstützung Renner für Jurisch aus der Angst vor der AfD als gescheitert und verfolgt eine neutrale Linie, falls er gewählt werden sollte. Der erste Wahlgang zur Oberbürgermeisterwahl findet am 7. September statt. Bei einer fehlenden Mehrheit folgt ein zweiter Wahlgang drei Wochen später.
Inmitten dieser politischen Turbulenzen tritt Olaf Raschke nicht erneut für das Amt des Oberbürgermeisters an. Sein Rückzug lässt ein vakuum zurück, in das Jurisch mit seiner Kontroversität nicht unbemerkt hineinragt. In Meißen ist also richtig was los, und die kommenden Wochen versprechen, spannend zu werden.