Döbeln im Streit: Oberbürgermeister verbietet arabische Schrift auf Stiefelkunst!
Döbeln diskutiert kontroverse Übermalung arabischer Schriftzeichen auf Kunstwerk der Stiefelparade. Kultur und Vielfalt im Fokus.

Döbeln im Streit: Oberbürgermeister verbietet arabische Schrift auf Stiefelkunst!
In Döbeln sorgt ein kunstvoll gestalteter Kiezstiefel für ordentlich Wirbel. Der 2,50 Meter hohe Stiefel, der Teil der beliebten Döbelner Stiefelparade ist, steht derzeit vor der Buch-Oase und ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch Auslöser eines kulturellen Konflikts. Unter den künstlerischen Motiven, die der Stiefel zeigt, befinden sich friedliche Symbole sowie Darstellungen von Menschen, die am Spruchband verweilen. Schön und gut, doch die Stadt fordert jetzt eine Überarbeitung des Kunstwerks, das von der Künstlerin Rasha Abu Zayed aus Gaza entworfenen wurde. Grund dafür: Die Künstlerin habe sich nicht an den genehmigten Entwurf gehalten, so Oberbürgermeister Sven Liebhauser von der CDU.Sächsische.de berichtet, dass das Kunstwerk arabische Schriftzeichen ziert, die das Wort „Stiefel“ darstellen sollten und ursprünglich die Verbundenheit der Künstler symbolisieren. Diese Schriftzüge erinnerten laut Karoline Kempe von der Galerie „Artherie“ nicht nur an kunstvolle Ornamente, sondern seien auch frei von politischen Botschaften.
Oberbürgermeister Liebhauser hat nun eine Übermalung der arabischen Schriftzeichen angeordnet und damit eine Welle der Empörung in der Künstlergemeinschaft ausgelöst. „Wir haben ein Unverständnis unter den Künstlern erlebt“, sagt Kempe, die in einer Bürgerfragestunde die Wichtigkeit der Kunstfreiheit betont hat. Stadträtin Ines Stefanowsky von der Linken stellte ebenfalls Fragen zur Motivationslage des Oberbürgermeisters, während Stadtrat Sven Weißflog von den Freien Wählern mehr Informationen zu den symbolischen Bedeutungen der arabischen Zeichen fordert.DNN.de hat darüber berichtet, dass der Oberbürgermeister zudem die Bedeutung der Stiefelparade als verbindendes Projekt für die Gemeinschaft hervorgehoben hat. Um Missverständnissen vorzubeugen, wurde in der Galerie der Vorschlag diskutiert, die Bedeutung der arabischen Inschrift über einen QR-Code für Passanten zu erklären. Liebhauser nannte dies eine erfreuliche Idee.
Die Bedeutung der Kunst
Wie es scheint, bewegt die Diskussion über Kunst und deren Freiheit die Menschen in Döbeln. Die Stiefelparade, die elf weitere Stiefelskulpturen umfasst, soll nicht nur im ästhetischen, sondern auch im sozialen Bereich für Verbindung sorgen. Das Streben nach einer diskriminierungsfreien Gesellschaft wird von Künstlern und der Politik gleichermaßen angestrebt. Die zunehmenden Spannungen zwischen der künstlerischen Freiheit und politischen Vorgaben werfen aber auch Fragen auf: Wie viel Einfluss sollte eine Stadtverwaltung auf Kunstwerke nehmen dürfen, besonders wenn sie durch kulturelle Symbole Vielfalt und Integration fördern?
Die Künstlerin Rasha Abu Zayed, Teil eines kreativen Kollektivs, hat ihr Projekt initiiert mit dem Ziel, positive Botschaften von Zusammenhalt zu verbreiten. Ihr Werk ist damit nicht nur eine Skulptur, sondern ein Medium, das zum Dialog anregt und unterschiedliche Perspektiven miteinander vereint. Zukünftige Diskussionen in der Stadt Döbeln könnten zeigen, wie der Spagat zwischen Kunst und Politik in der Praxis aussieht und ob die Stimmen der Künstler gehört werden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, doch die Lebendigkeit der Döbelner Künstlerszene ist unbestritten und zeigt, wie wichtig die Freiheit der Kunst ist – nicht nur für Künstler, sondern für die gesamte Gemeinschaft.