Sturzgefahr in Porschdorf: Historisches Gebäude sorgt für Vollsperrung!
Leerstehendes, denkmalgeschütztes Gebäude in Porschdorf gefährdet, S163 gesperrt - Feuerwehr sichert die Gefahrenstelle.

Sturzgefahr in Porschdorf: Historisches Gebäude sorgt für Vollsperrung!
Ein Bauschild blickt traurig auf die Hohnsteiner Straße im Bad Schandauer Ortsteil Porschdorf. Hier steht ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1871, das über die Jahre mehr und mehr in die Schlagzeilen für seine marode Erscheinung geriet. Vor wenigen Tagen erlebte die Situation des leerstehenden Hauses ihren vorläufigen Höhepunkt, als Teile des Dachs auf die Straße stürzten. So blieb der S163 nichts anderes übrig, als am Montagabend voll gesperrt zu werden, nachdem die Freiwillige Feuerwehr Porschdorf gegen 22 Uhr alarmiert wurde, berichten die Kollegen von Sächsische Zeitung.
Die Feuerwehr hatte die Aufgabe, die Umgebung abzusichern und lose Ziegel und Steine zu entfernen. Bei einer näheren Inspektion stellte sich heraus, dass der Schaden am Dach größer war als zunächst angenommen. Ein Baufachberater des THW Dresden wurde hinzugezogen, um weitere Schritte zu besprechen. Währenddessen bleibt die Sperrung der S163 auf unbestimmte Zeit bestehen.
Denkmalpflege im Spagat
Das betroffene Gebäude macht nicht nur durch seinen Verfall von sich reden, sondern auch wegen seiner geschichtlichen Bedeutung. Als denkmalgeschütztes Haus wird es durch den Denkmalschutz geschützt, was den geplanten Abriss bis dato verhindert hat. Der Eigentümer, ansässig in Frankfurt am Main, hat offenbar nicht die nötigen Schritte unternommen, um das Gebäude in einen besseren Zustand zu versetzen. In der Tat ist das Haus Teil einer ganzen Reihe von Kulturgütern im Raum Bad Schandau. Laut Wikipedia gibt es in der Region zahlreiche Gebäude, die nicht nur architektonisch, sondern auch gesellschaftlich von großer Bedeutung sind.
Die Denkmale in Bad Schandau und Umgebung, zusammengestellt im Denkmalschutzgebiet, umfassen eine Vielzahl historischer Bauten, die das Stadtbild prägen. Darunter finden sich etwa das ehemalige Hotel an der Elbe, die Grundschule Bad Schandau sowie viele Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Das beleuchtet die große Verantwortung, die mit der Erhaltung solcher Gebäude einhergeht.
Die Zukunft des Gebäudes?
Die Pläne für eine Sanierung oder einen Abriss des denkmalgeschützten Hauses liegen damit in der Schwebe. Für die Anwohner stellt sich die Frage, wie lange diese unsichere Situation noch andauern wird. Ein Abriss käme für viele mit einem bitteren Beigeschmack, bedenkt man die historische Relevanz des Gebäudes für die Region.
So bleibt zu hoffen, dass sowohl der Denkmalschutz als auch die Verantwortung des Eigentümers zu einer Lösung führen. Insbesondere in einer Zeit, in der öffentliche Debatten über den Erhalt kultureller Identitäten und historischer Stätten lauter werden, könnte das Schicksal dieses Hauses ein weiterer Baustein im Diskurs über Denkmalschutz und baukulturelle Pflege sein.