Zukunft der Autoindustrie: Was denken die Menschen in Mitteldeutschland?
Erfahren Sie die neuesten Ergebnisse einer Umfrage zur Autoindustrie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vom November 2025.

Zukunft der Autoindustrie: Was denken die Menschen in Mitteldeutschland?
Was bewegt die Automobilindustrie in Deutschland? Dies war die zentrale Frage einer Befragung, die vom 29. Oktober bis zum 3. November 2025 stattfand. An der Umfrage, die vom MDR durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 18.361 Menschen aus den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen teil. MDR berichtet, dass die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihre Meinung zu verschiedenen Themen rund um die zukünftige Ausrichtung der Automobilbranche zu äußern. Die Befragung war nicht repräsentativ, da sich jeder ab 16 Jahren beteiligen konnte, doch die Ergebnisse wurden nach wissenschaftlichen Kriterien gewichtet, um ein valides Stimmungsbild zu erzeugen.
Die Zahlen sind beeindruckend: 9.524 Teilnehmer kamen aus Sachsen, 4.366 aus Sachsen-Anhalt und 4.471 aus Thüringen. Dieses breite Spektrum soll helfen, die Vielfalt der Argumente zu erfassen und abzubilden. Ziel war es, ein umfassendes Bild über die Meinungen in Mitteldeutschland zu zeichnen. Die Gewichtung der Ergebnisse soll die Aussagekraft erhöhen, auch wenn die glücklichen Teilnehmer nur knapp 100 Prozent angeben können – kleine Rundungsfehler in der Darstellung.
Die Herausforderungen der Automobilbranche
Die deutsche Automobilindustrie steht derzeit vor großen Herausforderungen. Wie Statista berichtet, sind Investitionen in neue Technologien notwendig, um den Umstieg auf E-Mobilität und die Entwicklung autonomer Fahrzeuge zu bewältigen. Der Druck durch Handelskonflikte und eine sinkende Nachfrage in Europa tun das Übrige, um die Profitabilität zu belasten. Zudem haben deutsche Hersteller, die lange Zeit führend im Herstellung von Verbrenner-Fahrzeugen waren, zunehmend Konkurrenz aus China, wo die Hersteller nicht nur eine breitere Palette an E-Autos anbieten, sondern auch ein besseres Qualitätsimage genießen.
Der Umsatz der deutschen Automobilindustrie zeigte 2024 erstmals seit 2020 einen Rückgang, was in Anbetracht der exportorientierten Natur der Branche – über 376,8 Milliarden Euro aus dem Ausland, was fast 70 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht – alarmierend ist. Das China-Geschäft hat seit 2020 an Bedeutung verloren, während das Image europäischer Marken bei Verbrauchern in Asien stark abgenommen hat: Über 50 Prozent der Befragten in China halten lokale Marken für zuverlässig, gegenüber nur 42 Prozent für europäische Marken.
Der Weg in die Zukunft
Mit Blick auf die Zukunft hat Volkswagen bereits den Serieneinsatz von Feststoffbatterien ab 2026 angekündigt und setzt auf Kooperationen, etwa mit Rivian im Bereich Fahrzeugsoftware. Doch die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland ist nach dem Ende des Umweltbonus gesunken, was die Einhaltung der Flotten-Grenzwerte zusätzlich erschwert. Die Hersteller stehen vor der Herausforderung, ihre CO₂-Vorgaben zu erfüllen; die Volkswagen-Gruppe und andere haben in diesem Bereich bislang nur knapp bestanden.
Die Zuliefererindustrie ist ebenfalls durch gesunkene Gewinnmargen betroffen und muss sich von der bisherigen Fokussierung auf Verbrenner-Technologien wegbewegen. Der Trend geht zu einem stärkeren Fokus auf Softwareentwicklung und Batterieherstellung. Ein klarer Schritt in Richtung E-Mobilität ist unabdingbar, um konkurrenzfähig zu bleiben.
In einem zunehmend globalisierten Markt, der immer mehr von Emerging Markets wie Brasilien, Indien und China geprägt wird, gilt es, strategische Weichen zu stellen. Laut AlphaSense bieten diese Märkte vielfältige Chancen, die es zu nutzen gilt, auch wenn jedes Land seine eigenen Herausforderungen mitbringt. Ob Deutschland und speziell die Automobilbranche diesen Spagat schaffen, bleibt abzuwarten.