Zukunft der Atommülllager: Wo in Sachsen-Anhalt und Thüringen?
Experten ermitteln geeignete Regionen in Sachsen für ein Atommüll-Endlager. Aktueller Stand zur Standortsuche 2025.

Zukunft der Atommülllager: Wo in Sachsen-Anhalt und Thüringen?
In Deutschland wird die Suche nach einem geeigneten Atommüll-Endlager immer drängender. Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass nur etwa 25 Prozent der deutschen Fläche für die Endlagerung von Atommüll in Frage kommen. Dies betrifft vor allem Regionen in Norddeutschland sowie in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat geologische Daten analysiert und bereits zahlreiche Gebiete ausgeschlossen, die sich nicht als geeignete Standorte erweisen.
Besonders im Norden sind zahlreiche Gegenden noch nicht bewertet, gelten jedoch als potenzielle Standorte. Währenddessen erhalten Gegenden im südlichen Deutschland ebenfalls Aufmerksamkeit. Der Großteil der Fläche in Thüringen, wie die Landkreise Sömmerda, Gotha, Kyffhäuser und Unstrut-Hainich-Kreis, wird weiterhin geprüft. Die BGE konzentriert sich hierbei auf Gegebenheiten wie Steinsalz, Tongestein oder Granit im Untergrund, wobei dickere Gesteinsschichten bevorzugt werden. Auch vulkanische Aktivitäten und Erdbebenrisiken sind entscheidende Faktoren bei der Standortwahl.
Potenzielle Standorte auf der Liste
Die geologischen Bedingungen für die Endlagerung sehen vielversprechend aus. Doch im südlichen Thüringen wurden schon große Gebiete ausgeschlossen. In Sachsen scheinen Teile der Kreise Bautzen, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Erzgebirge in die engere Auswahl zu kommen. Die nördlichen Regionen von Sachsen-Anhalt sind ebenfalls relevant. Mitte 2026 wird die BGE einen Zwischenbericht präsentieren, in dem sie bekannte Standorte erneut evaluieren wird.
Das Ziel ist klar: Bis spätestens 2050 soll ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll gefunden werden. Dieser Müll stammt aus über 60 Jahren deutscher Atomkraft. Der Bundestag wird letztendlich die endgültige Entscheidung über die Regionen treffen, die für die oberirdische Erkundung vorgeschlagen werden, was bis Ende 2027 geschehen soll. Aktuell lagert der deutsche Atommüll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern, seit die letzten deutschen Atomkraftwerke im April 2023 stillgelegt wurden.
Gesetzgebung und Schnelligkeit der Verfahren
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat sich für eine Beschleunigung des Endlager-Verfahrens ausgesprochen. Ein Gesetzentwurf zur Optimierung der Standortauswahl soll Anfang kommenden Jahres vorgestellt werden. Die BGE-Vorsitzende Iris Graffunder betont, Deutschland verfüge über gute geologische Gegebenheiten für die Endlagerung. Mit dem eingeschlagenen Weg möchte man sicherstellen, dass die Sicherheit für eine Million Jahre gewährleistet ist.
Die Entwicklungen im Bereich der Endlagersuche sind nicht nur für die Wissenschaft von Bedeutung, sondern auch für die gesellschaftliche Diskussion über die Zukunft der Atomkraft und die verantwortungsvolle Entsorgung von Atommüll. Die Öffentlichkeit wird eng in den Prozess einbezogen, um Transparenz und Akzeptanz zu schaffen. Es bleibt abzuwarten, welche Regionen letztendlich als Standort für die Endlagerung ausgewählt werden, denn die Zeit drängt und die Stimmen für eine schnelle Lösung werden lauter.