Chip-Entspannung aus China: Millionen Jobs in der Autoindustrie gerettet!

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Chinas Handelsministerium plant Ausnahmen beim Exportverbot für Nexperia-Halbleiter, um die Chipkrise der Autoindustrie zu entschärfen.

Chinas Handelsministerium plant Ausnahmen beim Exportverbot für Nexperia-Halbleiter, um die Chipkrise der Autoindustrie zu entschärfen.
Chinas Handelsministerium plant Ausnahmen beim Exportverbot für Nexperia-Halbleiter, um die Chipkrise der Autoindustrie zu entschärfen.

Chip-Entspannung aus China: Millionen Jobs in der Autoindustrie gerettet!

In den letzten Wochen hat sich die Lage im Chip-Markt spürbar entspannt. China signalisiert Entgegenkommen im Chip-Streit mit Europa und plant Ausnahmen beim Exportverbot für bestimmte Nexperia-Halbleiter. Diese Entwicklung kommt gerade rechtzeitig, um eine drohende Chipkrise in der europäischen Autoindustrie abzuwenden. Das Bundeswirtschaftsministerium bewertet die jüngsten Ankündigungen aus Peking als „positive erste Signale der Entspannung“, die Millionen Jobs vorerst sichern könnten. Merkur berichtet, dass bereits mehrere Unternehmen der Autoindustrie Kurzarbeit vorbereitet hatten.

Nexperia, ein bedeutender globaler Lieferant von Halbleitern mit Sitz in den Niederlanden, ist besonders wichtig für die Automobilindustrie. Die Firma gehört zum chinesischen Konzern Wingtech und beliefert vor allem elektronische Steuergeräte in Fahrzeugen. Rund 40 Prozent des weltweiten Angebots an Standardchips für die Automobilproduktion stammen aus den Nexperia-Werken. Ein dramatisches Exportverbot für Nexperia-Chips war Ende September in Kraft getreten, nachdem die niederländische Regierung das Unternehmen unter Kontrolle stellte, um Missbrauch sensibler Technologien zu verhindern. Tagesschau schreibt, dass China die Niederlande für die dadurch entstandenen Lieferprobleme kritisiert.

Hintergründe des Konflikts

Der Konflikt nahm seinen Anfang Ende September, als die niederländische Regierung, aufgrund von Defiziten in der Unternehmensführung, die Kontrolle über Nexperia übernahm. Dies führte zu einem sofortigen Exportverbot vom 4. Oktober, bei dem China alle Ausfuhren von Nexperia-Ware aus seinen Werken stoppte. Diese drastischen Maßnahmen stellten eine ernsthafte Bedrohung für europäische Autohersteller wie BMW, Volkswagen und Stellantis dar. Zu den ersten Reaktionen gehörte die Einrichtung eines Krisenstabs bei Stellantis, um die Situation besser zu bewältigen. Industriemagazin erläutert, dass der Mutterkonzern Wingtech möglicherweise 2024 auf die US-Embargoliste gesetzt wird, was zusätzliche wirtschaftliche Konsequenzen für Nexperia mit sich bringen könnte.

Einen Silberstreif am Horizont gibt es jedoch: Nach Gesprächen zwischen Vertretern Chinas und der EU in Brüssel wird die Möglichkeit offener Exportausnahmen für Nexperia geprüft. Der EU-Sprecher bezeichnete diese Gespräche als „willkommene Gelegenheit“, um die Exportkontrollen zu aktualisieren. Die Ungewissheit über die genauen Kriterien für diese Ausnahmen sowie die Befürchtungen hinsichtlich einer langfristigen Lösung der Chipkrise bleiben jedoch bestehen. Die deutschen Behörden und Autohersteller blicken vorsichtig optimistisch in die Zukunft, obwohl eine abschließende Bewertung der Situation noch nicht möglich ist.

Ausblick

Die Entwicklungen um Nexperia und den Chip-Markt zeigen einmal mehr, wie eng die globalen Lieferketten miteinander verknüpft sind. Autobauer und Maschinenbauer in Europa atmen zunächst auf, doch die Bedenken über die Stabilität dieser Lieferketten bleiben. Wie schnell die Lage sich weiterentwickeln wird, hängt nun von den Verhandlungen und den Reaktionen beider Seiten ab. Ein durchgreifender Ausweg aus der Chipkrise ist also noch nicht in Sicht, aber die aktuellen Signale geben Anlass zur Hoffnung.