VW schiebt Elektrostart von ID.Roc und ID.Golf auf 2030 – was nun?
VW verschiebt Marktstart der Elektro-Modelle ID.Roc und ID.Golf auf 2030. Grund: Kostendruck und schwache Verkaufszahlen.

VW schiebt Elektrostart von ID.Roc und ID.Golf auf 2030 – was nun?
In den letzten Tagen hat Volkswagen für einiges an Aufsehen gesorgt – allerdings nicht im positiven Sinne. Der Autohersteller plant Verzögerungen bei den Elektromodellen ID.Roc und ID.Golf, deren Marktstart nun auf 2030 verschoben wurde. Ursprünglich war 2029 als Starttermin angedacht, noch frühere Planungen sahen sogar 2027 vor. Diese neue Entwicklung wirft Fragen auf und die Gründe sind vielschichtig. Ein hoher Kostendruck, schwache Verkaufszahlen bei Elektroautos und noch offene Produktionsfragen verleihen dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack. News38 berichtet unter anderem, dass Volkswagen sich bisher nicht zu den Gerüchten geäußert hat.
Doch blicken wir auf die Auswirkungen: Der Verbrenner-Golf könnte in Zukunft von Wolfsburg nach Mexiko ausgelagert werden, während der ID.3 vorerst in Zwickau bleibt, obwohl eine Verlagerung nach Wolfsburg ebenfalls auf der Agenda stand. VW hat einen klaren Zeitplan, der besagt, dass das Stammwerk in Wolfsburg frühestens 2028 auf Elektroantrieb umgestellt werden könnte. Die entscheidenden Weichen werden traditionell im November durch den Aufsichtsrat gestellt, und intern gibt es noch einige Unsicherheiten bezüglich des Planungszeitraums. Allein 2023 musste Konzernchef Oliver Blume anhaltend harte Sparmaßnahmen umsetzen, um die Kosten um 15 Milliarden Euro zu senken, und im laufenden Jahr sind weitere Einsparungen vorgesehen. Die Situation könnte sich zudem durch die Suche nach strategischen Partnern oder Käufern für Tochterunternehmen wie die Batteriesparte Powerco zuspitzen.
Elektromobilität im globalen Trend
Doch auch in Europa sieht die Lage nicht so rosig aus. Die Verkaufszahlen sinken, mit einem Rückgang des Gesamtfahrzeugmarktes von 4 Prozent. Bei den BEV lag dieser Rückgang sogar bei 6 Prozent. Nur rund 1,9 Millionen BEV und 860.000 PHEV wurden im Jahr 2024 verkauft. Besonders auffällig ist, dass das Vereinigte Königreich Deutschland als größten europäischen Absatzmarkt für Elektrofahrzeuge überholt hat, was nicht zuletzt auf die dortige Förderpolitik zurückzuführen ist. Das Automotive Institut weist zudem darauf hin, dass Deutschland 2024 mit voraussichtlich 470.000 Elektrofahrzeugen einen Rückgang von 10 Prozent erwarten muss.
Ausblick und Herausforderungen
Wie wird es also weitergehen? Der Markt für vollelektrische Pkw steckt in einer kritischen Übergangsphase und ist momentan stark auf Hybridlösungen fokussiert. Tesla musste erstmals einen Rückgang bei den Verkaufszahlen verbuchen, bleibt aber trotzdem Marktführer unter den BEVs. Deutschland muss die Fehler unter anderen Herstellern schnellstens nutzen, um nicht den Anschluss zu verlieren. 15 Millionen Euro Kostenreduzierung sind auf jeden Fall ein guter Anfang, doch es bleibt spannend, wie Volkswagen’s Strategie sich in den kommenden Monaten entwickeln wird.