Zwickauer Hausärztin wappnet sich für die Zukunft – Praxiseröffnung bald!

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Hausärztin Sally Goldberg eröffnet am 1. September eine neue Praxis in Zwickau. Das Modellprojekt sichert die Gesundheitsversorgung in Sachsen.

Hausärztin Sally Goldberg eröffnet am 1. September eine neue Praxis in Zwickau. Das Modellprojekt sichert die Gesundheitsversorgung in Sachsen.
Hausärztin Sally Goldberg eröffnet am 1. September eine neue Praxis in Zwickau. Das Modellprojekt sichert die Gesundheitsversorgung in Sachsen.

Zwickauer Hausärztin wappnet sich für die Zukunft – Praxiseröffnung bald!

Die Hausarztversorgung in Zwickau ist in den letzten Jahren alles andere als einfach gewesen. Der drohende Ärztemangel hat viele Sorgenfalten auf die Stirn der Patienten und Angehörigen gezaubert. Doch wie können sich lokale Ärzte besser auf die Zukunft einstellen? Die Zwickauer Hausärztin Sally Goldberg hat eine Antwort gefunden und zieht in ein modernes Ärztehaus in der ehemaligen Poliklinik Sachsenring, um ihre Patienten bestmöglich zu versorgen. Der Umzug, der am 1. September nach einer Woche Umzugspause erfolgen soll, bringt gleich mehrere Vorteile für die Patienten mit sich.

„Ich bin sicher, keine Künstliche Intelligenz kann mich ersetzen“, sagt Sally Goldberg und zeigt sich kämpferisch. Ihren neuen Praxisraum hat sie bereits teilweise eingerichtet: Eine Küchenzeile ist vorhanden, und auch ein liebevolles Bild für den Pausenraum hängt schon an der Wand. Bloß das Nudelsieb muss noch besorgt werden – eine kleine Anekdote, die zeigt, dass sie mit Freude an den Renovierungen arbeitet.

Ein Modellprojekt für die Zukunft

Ein Schlüssel zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Sachsens ländlichen Regionen könnte das Modellprojekt „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“ sein. Maximillian Braun, der erste Absolvent dieses Projektes, hat gerade seine Tätigkeit in einer Zwickauer Arztpraxis aufgenommen. Das Programm zielt darauf ab, medizinische Fachkräfte gezielt für den ländlichen Raum auszubilden. Seit der Einführung im Jahr 2013 haben über 40 Medizinstudierende pro Jahrgang die Möglichkeit, in Pécs, Ungarn, zu studieren.

Um den hausärztlichen Bedarf zu decken, verpflichtet das Programm die Absolventen, nach ihrem Abschluss mindestens fünf Jahre als Hausarzt in Sachsen zu arbeiten. Auf einen Blick: Aktuell nehmen 213 Personen an dem Modellprojekt teil, 164 davon studieren noch. Laut Gesundheitsministerin Petra Köpping ist dies unverzichtbar für die Sicherung der medizinischen Versorgung in der Region.

Eine ernste Lage in Sachsen

Der drohende Ärztemangel ist nicht zu unterschätzen. In Sachsen sind mehr als 370 Hausarztstellen unbesetzt, viele davon in ländlichen Gebieten. Außerdem sind etwa 30 Prozent der Hausärzte über 60 Jahre alt und stehen kurz vor der Pensionierung. Das führt dazu, dass in vielen Regionen, darunter auch Chemnitz, ein akuter Handlungsbedarf besteht.

Ein kürzlich in Auftrag gegebenes Gutachten hat dies untermauert. In drei von 48 festgelegten Planungsregionen wird bereits eine Unterversorgung festgestellt, während in weiteren 32 Regionen der Hausärztemangel droht. Besonders gut versorgt sind die Großstädte Leipzig und Dresden, während unterversorgte Regionen wie Torgau, Werdau und Reichenbach dringend Unterstützung benötigen. Dieses Ungleichgewicht im Gesundheitssystem zeigt sich klar im Stadt-Land-Gegensatz, der nicht nur in Sachsen, sondern auch anderswo existiert.

Die Herausforderungen in der Hausarztversorgung sind also groß, und die Lösungen müssen schnell kommen. Mit Ärzten wie Sally Goldberg, die mutig neue Wege beschreiten, und Initiativen wie dem Modellprojekt, bietet sich jedoch ein Hoffnungsschimmer. „Ein gutes Händchen für die Planung der Zukunft“ ist gefragt, um die medizinische Versorgung im Freistaat langfristig zu sichern.

Für alle, die mehr über diese Entwicklungen erfahren möchten, bieten die folgenden Links weiterführende Informationen: Freie Presse, MDR und Sächsische.