Steigende Bewerberzahlen im Altenburger Land – 44 Ausbildungsplätze unbesetzt!
Der Ausbildungsmarkt im Altenburger Land zeigt 2024/2025 mehr Bewerber, jedoch bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt.

Steigende Bewerberzahlen im Altenburger Land – 44 Ausbildungsplätze unbesetzt!
Im Altenburger Land hat der Ausbildungsmarkt zum Abschluss des Beratungsjahres 2024/2025 eine gemischte Bilanz gezogen. Laut abg-net.de stieg die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um 15 Prozent auf nunmehr 206, was einen Zuwachs von 27 Personen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Mehrheit dieser Jugendlichen hat einen Realschulabschluss, gefolgt von 24 Prozent mit Hauptschulabschluss und 11 Prozent mit Fach- oder Hochschulreife.
Insgesamt wurden im Altenburger Land 460 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet, ein Anstieg um 30 Stellen, also 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rechnerisch stehen somit nur 46 Bewerber auf 100 Stellen, was auf eine ungleiche Verteilung hinweist. Trotz der höheren Anzahl an Bewerbungen blieben in diesem Jahr 44 Ausbildungsplätze unbesetzt, vor allem in den Bereichen Maschinen- und Anlagenführung, Berufskraftfahren und Verkauf.
Beliebte Berufe unter den jungen Menschen
Die Wünsche der jungen Bewerber beziehen sich auf eine Vielzahl von Berufen. Zu den gefragtesten Ausbildungsplätzen zählen Verkäufer/in, Kraftfahrzeugmechatroniker/in (PKW-Technik) und Fachlagerist/in. Auch Berufe wie Fachinformatiker/in in der Anwendungsentwicklung, Kaufmann/-frau im Büromanagement und medizinische/r Fachangestellte/r finden großen Anklang. Interessant ist, dass bereits 59 Prozent der gemeldeten Bewerber eine Ausbildung oder ein duales Studium begonnen haben, während 19 Jugendliche noch aktiv auf der Suche nach einem Platz sind.
Trotz der positiven Zahlen hinsichtlich der Bewerberzahlen steht der Fachkräftemangel nach wie vor im Vordergrund der Diskussion. Viele Unternehmen im Altenburger Land sind bereit, auszubilden, jedoch haben sie Schwierigkeiten, ausreichend geeignete Kandidaten zu finden. Die Ausbildungsbereitschaft bleibt also hoch, scheint aber durch Betriebsschließungen und Insolvenzen stark beeinflusst zu werden.
Die Herausforderungen des Fachkräftemarktes
Die Situation im Altenburger Land spiegelt einen größeren Trend wider, der sich deutschlandweit zeigt. Laut p4y.info waren im Jahr 2023 in Deutschland rund 73.400 Ausbildungsplätze unbesetzt, während es nur 19.800 unversorgte Bewerber gab. Technische, handwerkliche und pflegerische Berufe sind besonders betroffen und kämpfen mit einem akuten Fachkräftemangel. Gründe dafür sind unter anderem die Abnahme der Schulabgängerzahlen durch einen Geburtenrückgang, der Akademisierungstrend sowie Bildungsmängel, die viele Jugendliche an der Berufsorientierung hindern.
Zusätzlich haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie, wie Schulschließungen und abgesagte Praktika, die Berufsfindung erschwert. Unternehmen berichten von Bewerbern, die oft nicht den Anforderungen entsprechen. Daher ist es wichtig, dass die Ausbildungsplätze den Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst werden, um Produktionsverzögerungen und steigende Lohnkosten zu vermeiden.
Maßnahmen zur Fachkräftesicherung
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) führt regelmäßig ein Fachkräftemonitoring durch, das die Engpässe und Überschüsse am Arbeitsmarkt analysiert. Die kontinuierliche Überprüfung von Berufsgruppen, die besonders unter Fachkräftemangel leiden, wie im bmas.de beschrieben, ist von großer Bedeutung, um frühzeitig Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Maßnahmen wie frühe Berufsorientierung, Sprachförderung sowie enge Kooperationen zwischen Schulen, Betrieben und der Agentur für Arbeit sind entscheidend, um die Jugendlichen richtig vorzubereiten und langfristig ihre Integration in den Arbeitsmarkt zu sichern.
Die Herausforderung bleibt also groß, doch das Engagement der Unternehmen und die Unterstützung durch Programme zur Integration internationaler Auszubildender könnten einen Weg aus der aktuellen Misere aufzeigen. In dieser dynamischen und herausfordernden Zeit ist es notwendig, dass alle Akteure an einem Strang ziehen.