Weltälteste Steinkanzel wieder eingeweiht – Ein Schatz der Reformation!
Am Reformationstag wurde die älteste evangelische Steinkanzel der Welt in Heldburg eingeweiht, nach umfassender Restaurierung.

Weltälteste Steinkanzel wieder eingeweiht – Ein Schatz der Reformation!
In einer festlichen Zeremonie am Reformationstag wurde die älteste protestantische Steinkanzel der Welt in der Stadtkirche Heldburg im Kreis Hildburghausen eingeweiht. Die Kanzel, die auf das Jahr 1536 datiert, wurde nach umfangreicher Restaurierung wieder in ihren ursprünglichen Glanz versetzt und soll nun als einzigartige Zeitzeugin der frühen Reformation touristisch vermarktet werden.
Bürgermeister Christopher Other (CDU) äußerte sich optimistisch über die Auswirkungen der Wiederentdeckung der Kanzel. „Wir hoffen, dass wir durch die Vermarktung und die Wiederbelebung dieser historischen Stätte viele Besucher anziehen können“, erklärte er während der Weihe. Die Kanzel war vor der Restaurierung stark beschädigt und wurde vor rund drei Jahren von Pfarrer Nikolaus Flämmig in einem desolaten Zustand entdeckt.
Die Geschichte der Kanzel
Die Steinkanzel ist ein beeindruckendes Werk, das von Superintendent Friedrich Schwalbe in Auftrag gegeben wurde. Der Bildhauer Bernhard Friedrich aus Halle schuf die Kanzel, deren vier Steinbilder von Vorlagen des renommierten Malers Lucas Cranach dem Älteren inspiriert sind. Diese Bilder entstanden in den 1520er Jahren in Wittenberg, wo Cranach teilweise in Zusammenarbeit mit Martin Luther tätig war. Besonders hervorzuheben ist die Darstellung von Gesetz und Evangelium, ein bekanntes Lehrbild des Protestantismus.
Doch die Geschichte der Kanzel ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Vor 200 Jahren wurde sie zerschlagen, da die bedeutende Rolle, die sie in der evangelischen Tradition spielt, nicht erkannt wurde. Stattdessen wurde die Kirche in einem einheitlichen neugotischen Stil umgestaltet, wodurch die Kanzel in den Hintergrund gedrängt wurde.
Kosten und Finanzierung der Restaurierung
Die umfassende Restaurierung der historische Kanzel belief sich auf etwa 185.000 Euro und wurde durch Fördermittel von Bund und evangelischer Kirche finanziert. Die Rückkehr dieser Kanzel in die Heldburger Stadtkirche wird als große Bereicherung angesehen und es wird angestrebt, zu besonderen Anlässen von dort zu predigen.
Das Projekt hat auch gezeigt, wie wichtig der Erhalt solcher Kulturgüter für die Region ist. Susanne Pohler, Referentin für Kunst- und Kulturgut der Evangelischen Landeskirche, hebt die Bedeutung dieser Ereignisse hervor und gönnt der Kanzel einen Platz in der kirchlichen und kulturellen Landschaft.
Insgesamt ist die Weihe der Steinkanzel ein bedeutender Schritt für die evangelische Gemeinde in Heldburg und könnte eine Bereicherung für den Tourismus in der Region darstellen. Immerhin trägt die Kanzel nicht nur zur kulturhistorischen Bildung bei, sondern auch zur Stärkung des Gemeindelebens.
Für weitere Informationen über die Kanzel und die damit verbundenen Ereignisse, können Sie MDR und In Südthüringen lesen, um die lokalen Berichterstattungen zu erleben. Außerdem gibt es interessante Ansätze zur Nachhaltigkeit in der Mode über The Reformation, die ebenfalls einen Blick wert sind.