K+S plant Abwasser-Einleitung in die Werra bis 2039 – Umweltschützer alarmiert!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

K+S plant, über 2027 hinaus, weiterhin Abwasser in die Werra einzuleiten. Umweltbedenken und Genehmigungsverfahren stehen im Fokus.

K+S plant, über 2027 hinaus, weiterhin Abwasser in die Werra einzuleiten. Umweltbedenken und Genehmigungsverfahren stehen im Fokus.
K+S plant, über 2027 hinaus, weiterhin Abwasser in die Werra einzuleiten. Umweltbedenken und Genehmigungsverfahren stehen im Fokus.

K+S plant Abwasser-Einleitung in die Werra bis 2039 – Umweltschützer alarmiert!

Die Pläne des Kasseler Düngemittelkonzerns K+S, die Einleitung von Produktionsabwasser in die Werra über 2027 hinaus fortzusetzen, sorgen für Aufregung. Ursprünglich wollte das Unternehmen ab 2028 nur Haldenwasser einleiten. Nun hat ein Sprecher von K+S einer Abweichung von diesem Vorhaben zugestimmt und stellt die angestrebte umweltverträgliche Entsorgung infrage. Wie thueringen.de berichtet, ist die geplante Lösung, Salzwässer in der Grube Springen im Thüringer Wartburgkreis einzustapeln, nicht genehmigt worden.

Das Regierungspräsidium Kassel hat nach einem jahrelangen Genehmigungsprozess kein Einvernehmen erteilt, was K+S dazu zwingt, nach Alternativen für die Entsorgung der Salzwässer zu suchen. Die Differenzierung zwischen Produktions- und Haldenwässern erweist sich offenbar als nicht zielführend from einem gewässerökologischen Standpunkt. Eine verstärkte Belastung der Gewässer könnte gravierende Folgen haben, denn sinkende Entsorgungsmöglichkeiten könnten die Produktionsmenge von K+S gefährden, was in der schlimmsten Konsequenz zu Stillständen und damit zu einem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze im hessisch-thüringischen Kalirevier führen könnte.

Scopingverfahren und Beteiligung der Öffentlichkeit

Das RP Kassel hat vor wenigen Wochen ein Scopingverfahren zur beabsichtigten Einleitung von Prozessabwässern in die Werra angestoßen. Dieses Verfahren soll der frühzeitigen Festlegung des Untersuchungsrahmens für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) dienen und ist ein eigenständiges Vorverfahren.

Insgesamt werden 198 Träger öffentlicher Belange, inklusive Behörden, Gemeinden und Umweltverbände, in fünf Bundesländern von Philippsthal bis Bremen in das Verfahren einbezogen. Das Ziel ist es, mögliche Bedenken und Anregungen zu den Umweltauswirkungen in der frühen Planungsphase zu ermitteln und zu berücksichtigen. Der Antrag für ein wasserrechtliches Erlaubnisverfahren soll im Sommer 2026 eingereicht werden, wobei die Pläne von K+S eine Laufzeit der neu zu beantragenden Erlaubnis von 2028 bis 2039 vorsehen.

Die Einleitungspläne sind ein Dauerthema im Konflikt zwischen K+S und den Anrainern sowie Umweltschützern. Umweltverbände befürchten eine Schädigung von Flüssen, Böden und Grundwasser. Der BUND Hessen kritisiert, dass K+S kein belastbares Entsorgungskonzept vorlegt und fordert eine Reduzierung der Salzwasserbelastung.

Trotz aller Bedenken hat K+S bekräftigt, die derzeit festgesetzten Grenzwerte für Chlorid, Kalium, Magnesium und Sulfat beibehalten zu wollen, was im Widerspruch zur aktuellen Bewirtschaftungsplanung der FGG Weser steht. Der Beschluss über den wasserrechtlichen Antrag von K+S wird erst am Ende des Erlaubnisverfahrens im Jahr 2027 getroffen.