Nordhausen bringt arbeitslose Jugendliche mit Zwangsarbeit in Schwung!
In Nordhausen werden junge Bürgergeldempfänger zur gemeinnützigen Arbeit verpflichtet, um Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu fördern.

Nordhausen bringt arbeitslose Jugendliche mit Zwangsarbeit in Schwung!
In Nordhausen ist eine neue Regelung für junge Bürgergeldempfänger unter 25 Jahren in Kraft getreten, die für einige Diskussionen sorgt. Um die Wiedereingliederung dieser jungen Menschen in den Arbeitsmarkt zu fördern, werden sie nun zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet. Dies berichtet unter anderem Welt. Der Stundenlohn für diese Tätigkeiten beträgt gerade einmal 1,20 Euro, was einige kritische Stimmen laut werden lässt.
Die ersten Teilnehmer, darunter Jason, der anderthalb Jahre arbeitslos war und eine Ausbildung im Gartenbau hat, arbeiten bereits im Schlosspark. Er beschreibt die gemeinnützige Arbeit als einen wichtigen Schritt, der ihn auf das Leben vorbereite. Auch die örtliche Arbeitsagentur hat bereits rund 200 Namen von Bürgergeldempfängern an den Landrat weitergegeben. Von den 50 Interessierten wurden 30 in das Projekt aufgenommen.
Hintergrund und Kritik
Während die Initiative von einigen als Chance gesehen wird, um die Beschäftigungslosigkeit zu bekämpfen, kommen von Seiten der Linken und Grünen kritische Stimmen. Diese betonen, dass das Vorgehen der Stigmatisierung junger Menschen Vorschub leiste. Landrat Matthias Jendricke (SPD) hingegen verweist auf den Erfolg eines ähnlichen Modells im Landkreis Greiz, wo 65 Asylbewerber durch Arbeitspflichten in Beschäftigung gebracht werden konnten. Jendricke empfiehlt zudem, dass Eltern mehr Druck auf ihre arbeitsfähigen Kinder ausüben sollten.
Die Bilanz bisher zeigt, dass von 3275 Arbeitslosen in Nordhausen, 342 unter 25 Jahren sind. Ein alarmierendes Ergebnis, denn 79,8 Prozent dieser Jugendlichen haben keinen anerkannten Berufsabschluss. Sandra Hesse, Leiterin des Vollzugsdienstes, merkt an, dass viele Teilnehmer eine lange Vorgeschichte der Perspektivlosigkeit mitbringen. Positiv ist jedoch, dass 14 der Teilnehmer regelmäßig erscheinen und die Möglichkeit der Zwangsmaßnahmen nicht besteht; vielmehr werden die Teilnehmer freundlich eingeladen.
Der Einfluss der COVID-19-Pandemie
Ein weiterer Kontext, den es zu berücksichtigen gilt, ist die allgemeine Situation auf dem Arbeitsmarkt, die durch die COVID-19-Pandemie noch weiter erschwert wurde. In den USA etwa führte eine staatliche Schließung zu massivsten Streichungen von Flügen und einem signifikanten Druck auf das Luftfahrtpersonal, berichtet AP News. Ähnlich stehen junge Menschen in Deutschland oft unter Druck, sich dem Arbeitsmarkt anzupassen und Herausforderungen zu bewältigen, insbesondere wenn sie aus schwierigen Verhältnissen stammen.
Die Teilnahme an einem solchen Projekt mag zwar nur ein kleiner Anfang sein, doch für viele, wie etwa Justin, der zweieinhalb Jahre ohne Job war, ist es der erste Schritt in eine neue Richtung. Die Hoffnung auf Zukunftsperspektiven bleibt auch in Zeiten massiver Veränderungen und Herausforderungen bestehen – das haben die Teilnehmer in Nordhausen bereits bewiesen.