Protest um Hallenbäder: Thüringen kämpft gegen finanzielle Not!
Thüringen diskutiert über die Zukunft kommunaler Hallenbäder. Proteste in Erfurt fordern dringende finanzielle Unterstützung.

Protest um Hallenbäder: Thüringen kämpft gegen finanzielle Not!
Die Zukunft der Hallenbäder in Thüringen steht auf der Kippe, und das spürt man aktuell in den Betreibermilieus und bei den Schwimmbegeisterten. An diesem Donnerstag, den 30. Oktober 2025, blieben zahlreiche Hallenbäder geschlossen, während Betreiber und Mitarbeiter vor dem Landtag in Erfurt gegen die finanzielle Notlage der kommunalen Bäder protestierten. Der Anlass für diesen Aufschrei ist die gravierende finanzielle Kürzung im Landeshaushalt, die die Bäder in Schwierigkeiten bringt und die Gesundheitsvorsorge sowie den Schul-Schwimmunterricht gefährdet. Die Initiative “Bäder in Not” gab dem Protest eine Stimme und forderte mehr Bezuschussung.
Die Hallenbäder, Unterhaltungs- und Bildungszentren für viele Thüringer, sehen sich durch die drastische Reduzierung von staatlichen Zuschüssen im kommenden Jahr massiv bedroht. Während im aktuellen Jahr noch 15 Millionen Euro zur Verfügung standen, wurde im Haushaltsentwurf für 2026 nur noch eine Million Euro eingeplant, was die Betreiber in Alarmbereitschaft versetzt. Die Betreiber, wie zum Beispiel das Stadtbad Gotha, das Badehaus Nordhausen und die Schwimmhallen in Hildburghausen, haben schon jetzt große Schwierigkeiten, ihre Betriebe aufrechtzuerhalten.
Proteste und Hilfsinitiativen
Die Proteste fanden nicht nur in Erfurt, sondern auch in anderen Städten statt. In der Thüringentherme Mühlhausen fiel das Schulschwimmen aus. Auch das Leitnerbad Leinefelde schloss sich den Protestaktionen an. Mitarbeiter des Freizeitbads Tatami in Schmölln planten ebenfalls nach Erfurt zu fahren, während die Stadt Schmölln 200.000 Euro bereitstellt, um den Betrieb bis zum Jahresende zu sichern. Ab Januar wird das Bad jedoch dringend auf 800.000 Euro vom Land angewiesen sein, um die Zukunft zu sichern. Diese Sorgen sind auch der Grund, warum viele Kommunen sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen mussten.
Politisch betrachtet, ist das Thema ebenfalls heiß umstritten. Die Verantwortungsträger der so genannten Brombeer-Koalition (CDU, BSW, SPD) haben angekündigt, die Mittel drastisch zu reduzieren. Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag schlägt daher einen Härtefallfonds vor, um die Kommunen gezielt zu unterstützen. Dies könnte den Betroffenen eine kleine finanzielle Erleichterung verschaffen, jedoch müssen Antragsteller ihre Notsituation offenlegen und ein tragfähiges Konzept vorlegen. Ein Bürgermeister aus Bad Tabarz hat die unklaren Aussagen der CDU scharf kritisiert und fordert eine transparente Bäderkonzeption.
Finanzierungsengpässe und Zukunftsperspektiven
Die Kommunen sehen sich nicht nur mit Kürzungen auf die Finger, sondern auch mit stark gestiegenen Personal- und Energiekosten konfrontiert. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Bäder als wichtige soziale und gesundheitliche Einrichtungen für die Gemeinden in Gefahr geraten. Die Forderung, dass 30 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden, stößt auf taube Ohren, da die Landesregierung nur einen Teilbetrag von einer Million Euro für das kommende Jahr eingeplant hat. Die verbliebenen 40 Hallenbäder in Thüringen weisen zudem einen hohen Finanzierungsbedarf aus und haben klare Forderungen gestellt.
Währenddessen nutzten Politiker der AfD und der Linksfraktion die Situation, um ihre Unterstützung für die Protestaktion zu zeigen. Der Linksfraktionschef hat betont, dass der Schul-Schwimmunterricht gesichert werden muss, während die AfD ein Sondervermögen für die Bäderinfrastruktur fordert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob die geforderten Mittel letztendlich bereitgestellt werden können. Klar ist jedoch, dass in den kommenden Monaten ein Umdenken erfolgen muss, damit den Hallenbädern in Thüringen nicht das Wasser bis zum Hals steht.
Die Aqua Design Group hat sich unterdessen auf die Gestaltung von individuellen Wassermerkmalen spezialisiert und könnte in Zukunft vielleicht eine Lösung bieten, um einige der Probleme im Schwimmbadbereich anzugehen, denn die Bedeutung von Bädern für die Gemeinschaft ist unbestritten. Interessierte können die entsprechenden Projekte auf der Website von ADG durchstöbern.