Biber-Damm überflutet Felder in Hönbach: Was nun für die Bauern?

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In Sonneberg führt der Biber zu Flutschäden auf Feldern. Gesetzliche Regelungen verhindern Eingriffe. Erfahren Sie mehr.

In Sonneberg führt der Biber zu Flutschäden auf Feldern. Gesetzliche Regelungen verhindern Eingriffe. Erfahren Sie mehr.
In Sonneberg führt der Biber zu Flutschäden auf Feldern. Gesetzliche Regelungen verhindern Eingriffe. Erfahren Sie mehr.

Biber-Damm überflutet Felder in Hönbach: Was nun für die Bauern?

Was tut sich gerade am Fluss Röthen? Die Antwort ist etwas, was die Betroffenen in Hönbach nicht gerne hören: Die Biber sind im Anmarsch, und mit ihnen kommen die Probleme. Diese kleinen Ökosystem-Ingenieure, wie sie in der Fachwelt genannt werden, haben sich offenbar in der Region gemütlich gemacht, und ihre Dämme sorgen für reichlich Ärger. Wie insuedthueringen.de berichtet, führen die von den Bibern errichteten Staudämme dazu, dass die Felder rund um die Röthen überflutet werden.

Der betroffene Bereich erstreckt sich zwischen dem Bettelhecker Kreisel und der Weißen Wanne, und die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Besonders bei der Fahrt über die B89 sind neue Tümpel sichtbar geworden, die aus den überfluteten Bereichen resultieren. Die Gesetze in Deutschland erlauben jedoch nicht einfach so, den Damm zu beseitigen oder die Biber abzuschießen. Eine heikle Situation für die ansässigen Landwirte.

Der Biber als „Ökosystem-Ingenieur“

Die Problematik ist nicht neu. Wie Forschungen zeigen, hat sich die Biberpopulation in Bayern seit ihrer Wiederansiedelung in den 1960er bis 1980er Jahren erholt. Mit rund 25.000 Bibern in etwa 7.500 Revieren sind sie mittlerweile fest im bayerischen Landschaftsbild verankert. Das Biber-Projekt der Technischen Universität München untersucht nun, welche Auswirkungen Biberdämme auf Gewässer dritter Ordnung haben. Die Einflüsse sind sowohl positiv als auch negativ und betreffen die hydrologischen sowie physikalischen Veränderungen in den betroffenen Gebieten.

Biber beeinflussen nicht nur die Gewässer, sie haben auch Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften von Fischen, Neunaugen und vielen anderen Kleinlebewesen. Das Ziel des Projekts ist eine umfassende Analyse dieser Änderungen, insbesondere der Habitateigenschaften, die für bedrohte Kleinfischarten und besatzfähige Fische von Bedeutung sind. Besonders bei den Salmoniden sind die Bedingungen zur Fortpflanzung essenziell.

Ein Blick in die Geschichte

Im Zusammenhang mit dem Namen Biber könnte man auch an den tschechisch-österreichischen Komponisten Heinrich Ignaz Franz von Biber denken, der als einer der bedeutendsten Violin-Komponisten des 17. Jahrhunderts gilt. Er wurde am 12. August 1644 geboren und verbrachte einen Großteil seines Lebens in Salzburg. Biber entwickelte eine spezielle Technik, um komplexe Musik zu spielen und hinterließ ein umfangreiches Werk, das Opern, sakrale Musik und Kammermusik umfasst. Zu seinen bekanntesten Kompositionen gehören die Mystery Sonatas und die Missa Salisburgensis. Seine Musik erlebte im späten 20. Jahrhundert eine Renaissance, was darauf hindeutet, dass sein Erbe lebendig bleibt, während die aktuelle Biber-Population in den Flüssen ihren eigenen Einfluss hat.

Die Herausforderungen, die die Landwirte in Hönbach aufgrund der Biberpopulation erleben, verdeutlichen, wie stark der Menschives Lebensumfeld in Wechselwirkung mit der Natur steht. Ob das Verständnis und das Management der Biber in Zukunft zu einer Lösung führen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Während die Biber sich immer weiter ausbreiten, müssen alle betroffenen Parteien zusammenarbeiten, um eine Balance zu finden.