Thüringens Wohnungsmarkt boomt trotz Leerstand und steigender Kosten!
Thüringen verzeichnet steigende Wohnungen und Herausforderungen bei Leerstand und Kosten. Aktuelle Zahlen und Trends im Wohnungsmarkt.

Thüringens Wohnungsmarkt boomt trotz Leerstand und steigender Kosten!
In Thüringen gibt es auch in Zeiten einer sinkenden Einwohnerzahl einen bemerkenswerten Anstieg der Wohnungsanzahl. Aktuellen Berichten von Antenne Thüringen zufolge waren Ende 2022 bereits knapp 1,18 Millionen Wohnungen registriert. Dies sind rund 3.100 mehr als im Vorjahr. Auffällig ist die durchschnittliche Größe der Wohnungen, die sich auf etwa 86,6 Quadratmeter beläuft, während im Schnitt zwei Personen pro Wohnung leben. Statistisch gesehen steht jedem Thüringer somit 48,4 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.
Besonders eindrucksvoll ist der Bestand an Wohngebäuden im Freistaat: Ende 2024 zählte man 553.753 Gebäude, wobei Einfamilienhäuser mit 72 Prozent die Mehrheit darstellen. Auch der Geschosswohnungsbau verzeichnete einen Anstieg und macht nun knapp 16 Prozent der Wohngebäude aus, was umso mehr auf eine sich verändernde Wohnkultur hinweist. Der Zugang an neuen Wohnungen konzentrierte sich vor allem auf Drei-Raum-Wohnungen, zu denen 610 neue Einheiten hinzugekommen sind.
Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt
Aus der aktuellen Lage ergibt sich auch eine Reihe von Herausforderungen, die die Wohnungswirtschaft betreffen. Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. hat in seinem neuen Wohnungsmarktreport die Notwendigkeit betont, bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Der sogenannte “Tag der Thüringer Wohnungswirtschaft” fand kürzlich wieder als Präsenzveranstaltung statt. Eine Umfrage hat außerdem ergeben, dass 72 Prozent der Wohnungsunternehmen ihre Geschäftslage als gut bis sehr gut einschätzen, was im Vergleich zu 2020 eine leichte Steigerung darstellt.
Dennoch gibt es ernste Bedenken: Die Kombination aus hohen Energiepreisen und einer angespannte Energieversorgung erhöht die Wohnkosten und macht Investitionen schwieriger. Vor dem Ukraine-Krieg waren die Prognosen insgesamt positiver, doch die geopolitischen Entwicklungen haben die Situation verschärft.
Der Zustand des Wohnungsmarkts
Der Leerstand in Thüringen ist mit 9,0 Prozent angestiegen, was eine Herausforderung für viele Wohnungsunternehmen darstellt. Besonders im ländlichen Raum liegt die Leerstandsquote gar bei 11 Prozent. Hier ist der Hauptgrund für den Leerstand oft die fehlende Nachfrage. Laut Immobilien Aktuell sind neue Modelle zur Bekämpfung des Leerstands dringend erforderlich.
Die durchschnittlichen Nettokaltmieten haben sich ebenfalls verändert. Im Dezember 2021 betrug die Mietpreis pro Quadratmeter durchschnittlich 5,26 Euro, mit einem Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um die Mietpreise und damit die Erschwinglichkeit nicht weiter zu gefährden, muss ein Augenmerk auf notwendige Investitionen gelegt werden.
Insgesamt zeigt der Thüringer Wohnungsmarkt sowohl Aufwärtsbewegungen als auch besorgniserregende Tendenzen. Dabei bleibt die Gesellschaft gefordert, innovative Lösungen zu finden, um den Herausforderungen zu begegnen und die Wohnsituation für alle Bürger zu verbessern.