Berlin feiert: Denkmalgeschützter Brunnen sprudelt nach 25 Jahren wieder!
In Berlin-Mitte wurde am 14.09.2025 der denkmalgeschützte Glasmosaikbrunnen von Ortraud Lerch nach 25 Jahren wieder eingeweiht.

Berlin feiert: Denkmalgeschützter Brunnen sprudelt nach 25 Jahren wieder!
Nach jahrzehntelanger Ruhe sprudelt er endlich wieder: Der Glasmosaik-Springbrunnen von Ortraud Lerch, der zuvor 25 Jahre außer Betrieb war, wurde heute im Berliner Stadtzentrum feierlich wieder in Betrieb genommen. Am 14. September 2025 drückten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der Landeskonservator Christoph Rauhut auf den Startknopf für die Wasserfontänen.
Dieser wunderschöne Brunnen, der 1964 auf dem Gelände des ehemaligen Staatsratsgebäudes der DDR errichtet wurde, hat eine spannende Vergangenheit. Heute ist das Areal Heimat der European School of Management and Technology (ESMT), doch der Brunnen erinnert an eine andere Zeit, als Kunst und Architektur im Dienste des Staates standen. Die Restaurierung wurde mit Hilfe des Landesdenkmalamtes, privat finanzierter Unterstützungen und Mitteln des Kulturstaatsministers ermöglicht, was den Wert des Denkmals unterstreicht, das von den 1960er Jahren bis zur Wiedervereinigung von Ortraud Lerch illustriert wurde. Diese Künstlerin entwarf zahlreiche Mosaike für öffentliche Bauten und gilt als eine bedeutende Vertreterin der Kunst in der DDR.
Wiedergeburt einer künstlerischen Ikone
Die Einweihung des Brunnens fand nicht nur in Anwesenheit politischer Würdenträger statt, sondern war auch der Auftakt für eine breitere Diskussion über die Rolle von Kunst und Kultur im geteilten Deutschland. Der Brunnen, der in der Kunstszene der DDR verankert ist, spiegelt die Geschichte wider. Von den Anfängen der DDR-Kunst, die stark von der Staatsführung unter Walter Ulbricht beeinflusst war, bis hin zu den Herausforderungen, mit denen Künstler in einem systemgebundenen Kunstmarkt konfrontiert waren, ist das Mosaik-Brunnenprojekt ein Teil dieser komplexen Erzählung.
In den ersten Nachkriegsjahren lag die Kulturpolitik in den Händen der Kommunistischen Partei, und es wurden zahlreiche Organisationen gegründet, um Kunst und Künstler im Sinne des Sozialismus zu fördern. Trotz der restriktiven Vorgaben gab es immer wieder Versuche, die kreative Freiheit zu wahren. Lerchs weitreichendes Werk in diesem Rahmen beweist, dass auch unter schwierigen politischen Bedingungen beeindruckende Kunst geschaffen wurde.
Ein Ausdruck der Hoffnung
Mit der Wiederinbetriebnahme bringt der Springbrunnen auch eine Botschaft der Hoffnung für die Kultur. Die Rückkehr zu solch historischen Kunstwerken fördert nicht nur das kollektive Gedächtnis, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, die künstlerischen Errungenschaften der Vergangenheit zu würdigen. Gerade in der heutigen Zeit, in der kulturelle Identitäten und Erbe oft auf dem Spiel stehen, ist die Wiederbelebung solcher Symbole von großer Bedeutung.
Während wir auf das Sprudeln der Wasserfontänen blicken, erinnert uns der Brunnen daran, dass Kunst mehr ist als nur ästhetische Gestaltung. Sie ist tief verwurzelt in unserer Geschichte und spiegelt sowohl gesellschaftliche als auch politische Strömungen wider. RBB24 berichtet, dass mit dieser Einweihung ein Stück Berliner Geschichte zurück ins Bewusstsein gerückt wird und Künstler wie Lerch nach wie vor einen Plattform zum Strahlen brauchen.
Wie auch immer die Zukunft aussehen mag, heute ist ein guter Tag für die Wiederbelebung der Kultur in Berlin und die Wertschätzung einer Künstlerin, die ihrer Zeit voraus war. Es bleibt zu hoffen, dass weitere solche Initiativen folgen, um die vertiefte Verbindung zwischen Kunst, Geschichte und den Menschen, die sie erleben, zu fördern.
Gerade in der heutigen Zeit, wo die Grenzen des Ausdrucks vielfach getestet werden, ist es wichtig, die Stimmen der Vergangenheit zu hören und ihren Beitrag zur Formung unserer Kultur anzuerkennen. T-Online hebt hervor, dass dieser Brunnen eine wertvolle Verbindung nicht nur zur DDR-Kunst, sondern auch zur heutigen kulturellen Landschaft ist. Möge das Sprudeln der Fontäne viele inspirieren!
Und wer weiß, vielleicht wird dieser Brunnen auch in den kommenden Jahren Gespräche über Kunst und deren Rolle in der Gesellschaft anstoßen. Die Geschichte hat viel zu erzählen, und wir sollten ihr aufmerksam lauschen. Die Bundeszentrale für politische Bildung erinnert uns daran, dass Kunst nicht nur ein Spiegel der Zeit ist, sondern auch eine Kraft, die Wandel bewirken kann.