Grünen-Abgeordneter Altuğ: Austritt wegen autoritärer Fraktionsführung!

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Der Grünen-Abgeordnete Turgut Altuğ kündigt seinen Austritt aus Partei und Fraktion in Berlin an, kritisiert autoritäre Strukturen.

Der Grünen-Abgeordnete Turgut Altuğ kündigt seinen Austritt aus Partei und Fraktion in Berlin an, kritisiert autoritäre Strukturen.
Der Grünen-Abgeordnete Turgut Altuğ kündigt seinen Austritt aus Partei und Fraktion in Berlin an, kritisiert autoritäre Strukturen.

Grünen-Abgeordneter Altuğ: Austritt wegen autoritärer Fraktionsführung!

In einer überraschenden Wende für die Berliner Politik hat Turgut Altuğ, ein langjähriger Abgeordneter der Grünen, seinen Austritt aus der Fraktion und Partei angekündigt. Der 60-Jährige, der 2006 der Partei beitrat und seit 2011 im Abgeordnetenhaus sitzt, wird seine Entscheidung zum 30. November umsetzen. Altuğ, der in der Türkei aufwuchs und 1992 nach Deutschland kam, gab seine Entscheidung per E-Mail bekannt, die an zahlreiche Mitglieder und Akteure der Zivilgesellschaft gerichtet war. Er kritisiert, dass die Fraktion unter der Führung von Bettina Jarasch und Werner Graf die ökologischen Kernthemen vernachlässige und beschreibt den Führungsstil als autoritär. Wie Tagesspiegel berichtet, beklagt Altuğ einen Rückgang des Raums für offene Debatten innerhalb der Fraktion und sieht die Unterdrückung von Minderheitsmeinungen als problematisch an.

Altuğ, der als Sprecher für Naturschutz, Umweltbildung sowie Ernährung und Landwirtschaft tätig ist, äußert zudem Besorgnis über die Nähe der Grünen zur Linkspartei und deren Umgang mit Antisemitismus. Diese Aspekte spiegeln sein Unbehagen wider, welches ihn offenbar auch dazu bewegt hat, nicht erneut als Direktkandidat für die bevorstehenden Wahlen 2026 nominiert zu werden. „Es ist nicht tragbar, dass die Grünen einen männlichen Spitzenkandidaten aufstellen“, so seine kritischen Worte. Die Fraktionsspitze zeigt sich verwundert über seinen Schritt und hat sich bei ihm für den bisherigen Einsatz bedankt.

Politische Auswirkungen und Reaktionen

Der Kreisverband der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg zeigt sich ebenfalls überrascht über Altuğs Entscheidung und bedankt sich ebenfalls für seine Arbeit. Gleichzeitig hat Timur Husein, der Kreischef der CDU in Friedrichshain-Kreuzberg, Altuğ eine neue politische Heimat in der CDU angeboten. Husein betont, dass die CDU sich um die tatsächlichen Probleme der Menschen in Kreuzberg kümmere, und kritisiert die Grünen für deren aktuelle Kursrichtung.

Das politische Klima um die Grünen ist angespannt. Die Partei hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, ist gewachsen und hatte im Jahr 2023 etwa 126.000 Mitglieder. Doch ihre Mitgliederzahl und deren Engagement spiegeln auch Herausforderungen wider; seit 2021 sind 37 % der Mitglieder unter 40 Jahre alt. Laut Statista sind die Grünen zurzeit mit 85 Abgeordneten im Abgeordnetenhaus vertreten und haben in der Bundestagswahl 2025 nur 11,6 % der Zweitstimmen erhalten – ein Verlust im Vergleich zur Wahl 2021.

Der Austritt Altuğs könnte somit nicht nur die Fraktionsdynamik, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung der Grünen erheblich beeinflussen. Angesichts der vorangegangenen Wahlergebnisse und der politischen Konstellationen in Deutschland bleibt es spannend, wie sich die Partei weiter entwickeln wird.