Schwuz in Berlin: Letzte Party für die queere Legende der Stadt!

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Der queere Club Schwuz in Berlin schließt nach fast 50 Jahren mit einer Abschiedsparty am 1. November 2025 wegen Insolvenz.

Der queere Club Schwuz in Berlin schließt nach fast 50 Jahren mit einer Abschiedsparty am 1. November 2025 wegen Insolvenz.
Der queere Club Schwuz in Berlin schließt nach fast 50 Jahren mit einer Abschiedsparty am 1. November 2025 wegen Insolvenz.

Schwuz in Berlin: Letzte Party für die queere Legende der Stadt!

Nach fast 50 Jahren schließt eines der bekanntesten queeren Nachtleben-Icons Berlins seine Türen: der Club Schwuz. Am 1. November 2025, einem Samstag, findet die große Abschiedsparty mit dem Titel „The Last Cheers, Queers!“ statt. Diese Feierlichkeit ist nicht nur ein letzter Empfang für die treuen Gäste, sondern auch ein bittersüßer Moment für die gesamte queere Community, die in Schwuz einen bedeutenden Rückzugsort gefunden hat. Der Club hatte im Juli 2025 Insolvenz angemeldet, um einer drohenden Zahlungsunfähigkeit zuvorzukommen, wie Tagesschau berichtet.

Die wirtschaftlichen Probleme des Schwuz begannen bereits Anfang 2024. Damals war ein erhebliches Defizit absehbar, doch das gesamte Ausmaß der Krise stellte sich erst im Mai 2025 heraus: Monatelang fehlten zwischen 30.000 und 60.000 Euro. Rückläufige Umsätze und strukturelle Schwierigkeiten in der Verwaltung erschwerten die Situation. Trotz mehrerer Sparmaßnahmen und einer verstärkten Suche nach Investoren blieb der Club von der Insolvenz nicht verschont, und im Mai wurden 33 Mitarbeitende entlassen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Ein Ort für die queere Community

Gegründet im Jahr 1977 in Berlin-Schöneberg, gilt der Schwuz als einer der ältesten und größten queeren Clubs Deutschlands und war ein zentraler Bezugspunkt für die LGBTI+ Community. Der Club war beispielsweise maßgeblich an der Organisation des ersten Christopher Street Day in Berlin 1979 beteiligt. Nach einem Umzug im Jahr 2013 in das Gebäude der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neukölln, das Platz für über 1.000 Gäste bietet, konnte Schwuz noch einmal neue Maßstäbe setzen.

Die letzte Zeit war von vielen Herausforderungen geprägt. Die neue Geschäftsleitung, die im März 2025 ins Ruder griff, initiierte eine Überprüfung des Betriebs, doch die Hoffnungen auf eine Wende blieben unerfüllt. Ein Crowdfunding zur Modernisierung des Clubs, mit einem Ziel von 150.000 Euro, hatte bis Ende Oktober lediglich 50.000 Euro eingebracht. Die Community wurde nun aufgerufen, Solidarität zu zeigen, um das Erbe des Schwuz zu bewahren, wie RBB24 eingelichtet hat.

Ein Abschied in Gemeinschaft

Obwohl die Schließung von Schwuz als schmerzhafter Verlust empfunden wird, planen viele, am 1. November der Abschiedsparty beizuwohnen und ein letztes Mal die einzigartige Atmosphäre des Clubs zu genießen. Der Schwuz war nicht nur ein Nachtclub; er war ein Ort der Begegnung, des Ausdrucks und der Unterstützung für die queere Kultur. Das Ende des Schwuz wird als Zeichen für die Notwendigkeit mehrerer neuer Ansätze in der queeren Gemeinschaft gesehen, um die kulturellen Institutionen am Leben zu halten.

Die erfolgreichen Alternativen müssen gefunden werden, betonen viele in der Community. Die Charta, die das Ende des Schwuz begleitet, könnte ebenfalls als Ausgangspunkt für Diskussionen über die Zukunft der queeren Kultur in Berlin dient, wie Gay.ch berichtet. In diesem Sinne wird die Abschiedsparty nicht nur als Ende, sondern auch als Beginn neuer Wege gefeiert.