Alarmierender Rechtsextremismus an der BTU Cottbus: Dutzende Vorfälle!
Cottbus: Die BTU dokumentiert rechtsextreme Vorfälle und bietet Unterstützung für Betroffene im Umfeld der Universität.

Alarmierender Rechtsextremismus an der BTU Cottbus: Dutzende Vorfälle!
Spannende Zeiten an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU): Vor rund zehn Monaten wurde dort eine Monitoringstelle für Rechtsextremismus ins Leben gerufen. Seither melden Studierende und Mitarbeitende vermehrt Vorfälle von Diskriminierungen, Nötigungen und Gewalt, die sowohl auf dem Universitätsgelände als auch im unmittelbaren Umfeld stattfanden. Über die genaue Anzahl der gemeldeten Fälle hält sich die Universität jedoch bedeckt, wie [rbb24] berichtet.
Unter der Leitung von Susanne Dyhr zielt die Monitoringstelle darauf ab, rechtsextreme Vorfälle zu dokumentieren und Unterstützung für die Betroffenen zu bieten. Zu den gemeldeten Vorfällen zählen unter anderem Sachbeschädigungen, rechtsextreme Sticker und das Tragen von Kleidung extrem rechter Marken, wobei insbesondere Gewalttaten besorgniserregend sind. Oft sind es Angehörige der Universität, die außerhalb des Campus von derartigen Angriffen betroffen sind. Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Situation: Ein Studierender, der in der Nähe seiner Wohnung bedroht wurde, erhielt einen Platz in einem Studierendenwohnheim, um seiner Sicherheit willen.
Die Situation vor Ort
Seit der Einführung eines Meldesystems im Oktober 2023 sind die Rückmeldungen aus der Studierendenschaft angestiegen. Zahlreiche Studierende und Lehrkräfte suchen Unterstützung im Umgang mit rassistischen Äußerungen und Online-Postings. Laut [diebrandenburger] wurden auch rechtsextreme Übergriffe gemeldet, wie ein Vorfall, bei dem ein Student angegriffen wurde, während er rechte Propaganda entfernte. „Die Zahl der gemeldeten Vorfälle ist zwar nicht hoch, aber jeder ist einer zu viel“, betont Dyhr.
Die Monitoringstelle agiert nicht isoliert – die BTU hat ein umfassendes Handlungskonzept gegen rechte Einflussnahme entwickelt, das zu einem Schulungsangebot für Lehrkräfte führt. Diese Fortbildungen sollen sicherstellen, dass die Lehrenden im Unterricht auf derartige Themen angemessen reagieren können. Zudem wird vor völkisch autoritären Tendenzen gewarnt, die versuchen, in öffentlichen Veranstaltungen Fuß zu fassen.
Ein breiter Kontext
Die Situation in Cottbus und der Region Südbrandenburg ist nicht zu unterschätzen: Ein toxisches Milieu, geprägt von militanten neofaschistischen Gruppen und der AfD, hat sich etabliert. Die Monitoringstelle ist die erste ihrer Art an einer deutschen Universität und wurde insbesondere deshalb ins Leben gerufen, um dem zunehmenden Druck von rechts entgegenzuwirken. Der Verfassungsschutz verzeichnet in der Region eine besorgniserregende Entwicklung. So berichtet [verfassungsschutz], dass das Personenpotenzial der gewaltorientierten rechtsextremistischen Szene auf etwa 15.300 Personen angestiegen ist, während die Gesamtzahl der rechtsextremistischen Straftaten im Jahr 2024 um beeindruckende 47,4 % anstieg.
Die Herausforderungen, vor denen die BTU steht, spiegeln aktuelle gesellschaftliche Konflikte wider. Das rechtsextremistische Spektrum hat sich nicht nur in Form von Gewalt und Übergriffen gezeigt, sondern nutzt auch gesellschaftliche Themen wie Migration und Asyl, um antisemitische und migrationsfeindliche Positionen zu verbreiten.
Die BTU hat mit ihrer Monitoringstelle einen mutigen Schritt unternommen, um Studierende, Lehrkräfte und das gesamte Universitätsumfeld zu schützen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Cottbus weiter entwickelt, aber eines ist klar: Die Aufmerksamkeit auf rechtsextreme Vorfälle und die Unterstützung für Betroffene bleiben unerlässlich.