Mein Sohn, der Soldat: Chancen und Ängste der Wehrpflicht-Debatte

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Im Artikel wird die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Oberhavel behandelt, beleuchtet durch persönliche Erfahrungen junger Soldaten und deren Familien.

Im Artikel wird die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Oberhavel behandelt, beleuchtet durch persönliche Erfahrungen junger Soldaten und deren Familien.
Im Artikel wird die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Oberhavel behandelt, beleuchtet durch persönliche Erfahrungen junger Soldaten und deren Familien.

Mein Sohn, der Soldat: Chancen und Ängste der Wehrpflicht-Debatte

Die Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland ist wieder ins Bewusstsein gerückt. Am 6. November 2025 sind die Meinungen dazu so unterschiedlich wie die Motive der jungen Menschen, die sich für einen Dienst bei der Bundeswehr entscheiden. Ein Beispiel dafür ist Phillip Brunner, ein 19-jähriger aus Bergfelde, der bereits als Kind auf der „Internationalen Luftfahrtausstellung“ in Berlin Kontakt zur Bundeswehr hatte. Sein Entschluss, Soldat zu werden, kam nicht ohne Bedenken seiner Eltern, die sich Sorgen über die Risiken in einer angespannten geopolitischen Lage machen, in der auch ein Krieg nicht ausgeschlossen werden kann. Dennoch ist Brunner überzeugt: „Ich möchte für ein freies und demokratisches Land kämpfen“, erklärt er nach seiner nützlichen Erfahrung mit der Karriereberatung der Bundeswehr.

Nach seinem Abitur am Marie-Curie-Gymnasium begann Brunner die Grundausbildung, die durch ihre straffe Struktur geprägt ist – frühes Aufstehen, ständiger Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Nach drei Monaten landete er schließlich in seiner Stammeinheit, der Pioniertruppe, die entscheidend für die Unterstützung der eigenen Truppen und die Behinderung des Feindes verantwortlich ist. Brunner hat bereits einen Antrag auf Verlängerung seiner Dienstzeit gestellt und plant, insgesamt 13 Jahre beim Bund zu bleiben. Zudem möchte er ein Politik-Studium beginnen und ist sich gleichzeitig der Risiken bewusst, die sein Beruf mit sich bringt, wie die Möglichkeit, eventuell in einen militärischen Konflikt ziehen zu müssen.

Wehrdienst: Zwischen Engagement und Skepsis

Doch nicht alle sind von der Idee überzeugt. Finn Liebenow, ein 20-jähriger Zeitgenosse, lehnt den Wehrdienst ab. Er äußert Bedenken über die Hierarchien und Werte innerhalb der Bundeswehr. Eine kritische Stimme kommt auch aus der eigenen Familie: Ivonne Gutschow, Sportlehrerin bei der Bundeswehr, sieht die negative Wahrnehmung von Soldaten in der Gesellschaft skeptisch. Sie hebt hervor, dass die Soldaten eine unterstützende Rolle im Land spielen.

Ihr Sohn Arvid plant dennoch, nach der Schule Wehrdienst zu leisten. Für ihn ist es eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Die Sorgen seiner Mutter sind nachvollziehbar, da sie bereits Soldaten kennt, die unter Kriegstraumata leiden. Gemeinsam äußern beide Gutschows Bedenken zur Wiedereinführung der Wehrpflicht, schlagen jedoch vor, dass gesellschaftliches Engagement verpflichtend sein sollte, während der Einsatz an der Waffe aus Freiwilligkeit bestehen könnte.

Logistische Herausforderungen

Phillip Brunner ergänzt, dass er eine Wiedereinführung der Wehrpflicht für logistisch schwierig hält. Die Bundeswehr wurde in den letzten Jahren geschwächt, was die Rekrutierung und Ausbildung neuer Soldaten zusätzlich erschwert. Dennoch bleibt die Kalkulation im Raum, ob eine solche Maßnahmenplan zur Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeiten wieder gangbar gemacht werden kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ansichten über die Bundeswehr und den Wehrdienst in der jungen Generation stark divergieren. Während einige die Herausforderungen annehmen, stoßen die Mehrheiten oft auf Unverständnis und Skepsis. Diese Debatten zeigen nicht nur die beunruhigende politische Lage, sondern auch, wie wichtig eine offene Diskussion über Militär und Frieden in der Gesellschaft ist. Der Weg in die Zukunft wird also nicht nur durch nostalgische Erinnerungen an die Bundeswehr oder durch reine Verteidigungsmaßnahmen geebnet, sondern auch durch Verständnis und Mut zur kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik.