Bürgergeld-Reform: Kommunen warnen vor Bürokratie-Chaos und Klageflut!
Die Reform des Bürgergeldes unter Kanzler Merz sorgt für kontroverse Debatten über Einsparungen, Bürokratie und neue Regelungen.

Bürgergeld-Reform: Kommunen warnen vor Bürokratie-Chaos und Klageflut!
Was bewegt gerade die politischen Geister im Rathaus? Die Bundesregierung hat sich eine umfassende Reform des Bürgergeldes auf die Fahnen geschrieben. Unter der Leitung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wird derzeit eine neue Grundsicherung erarbeitet. Das Ziel: Schärfere Maßnahmen zur Einsparung von Haushaltsmitteln und gleichzeitig die Schaffung von Arbeitsanreizen. Doch die Pläne stoßen nicht überall auf Begeisterung. fr.de berichtet, dass die Kommunen scharfe Kritik äußern und vor einer Zunahme der Bürokratie, höheren Kosten sowie einer Klagewelle warnen.
Besonders brisant sind die neuen Regelungen, die Empfänger von Bürgergeld hart treffen könnten. Wer Termine oder Arbeitsangebote versäumt, muss mit Leistungskürzungen von bis zu 30 Prozent rechnen. Bei wiederholtem Versäumen droht sogar die vollständige Einstellung der Leistungen, einschließlich der Kosten für Unterkunft. Kritiker, wie der Landrat Ulli Schäfer (CDU), befürchten, dass durch die nötig gewordenen Kooperationsvereinbarungen zwischen den Jobcentern und Kommunen ein so genanntes “Bürokratie-Monster” entsteht.
Die Sorgen der Kommunen
Die Erwartungen der Kommunen sind gemischt. Während Bürgermeister Dennis Rehbein (CDU) die Klagewelle nicht allzu dramatisch sieht, warnen andere vor einem Anstieg der Verfahren im Sozialbereich. Auch das Bundesamt für Arbeit und Soziales (BMAS) gibt zu bedenken, dass Jobcenter bereits jetzt Anpassungen vornehmen können, wenn Absprachen nicht eingehalten werden. Doch die Reform soll nicht nur bürokratische Hürden schaffen; laut Merz könnten somit Einsparungen von rund fünf Milliarden Euro erzielt werden. Allerdings wird aus SPD-Kreisen gemutmaßt, dass die tatsächlichen Einsparungen eher gering ausfallen werden.
Die Debatte um die Reform des Bürgergeldes ist politisch noch längst nicht abgeschlossen. Teile der SPD sammeln Unterschriften gegen die geplanten Änderungen. br.de berichtet von weiteren kritischen Stimmen, die mögliche Leistungskürzungen von bis zu 30 Prozent bei versäumten Terminen als ungerecht empfinden. Dabei bleibt für Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen immerhin eine Ausnahme bestehen.
Die Fakten auf dem Tisch
Ein Blick auf die Regelsätze für 2025 zeigt, dass dieser reformierte Kurs Auswirkungen auf viele Bürgerinnen und Bürger in Köln haben kann. Der monatliche Regelsatz für eine alleinstehende Person beträgt 563 Euro. Paare in Bedarfsgemeinschaft kommen auf 1.012 Euro. Unter 25-Jährige, die im elterlichen Haus leben, müssen mit 451 Euro auskommen. Diese Beträge sind für die Deckung der alltäglichen Bedarfe wie Ernährung, Kleidung und Strom gedacht. buerger-geld.org bietet dazu eine detaillierte Übersicht, die zeigt, dass die Regelsätze auf die Preis- und Lohnentwicklung angepasst werden, jedoch nicht erhöhen.
Die geplanten Regelungen sehen auch vor, dass Kommunen maximale Mietpreise pro Quadratmeter festlegen, um Mietwucher zu verhindern. Dies soll sicherstellen, dass auch Grundsicherungsempfänger nicht übermäßig hohe Mieten zahlen müssen. Gleichzeitig wird die Kostenübernahme für die Unterkunft ab dem ersten Tag des Leistungsbezugs gedeckelt, was eine zusätzliche finanzielle Belastung für viele darstellen könnte.
Diese Reform könnte also mehr als nur eine Änderung der Bezeichnung von Bürgergeld auf Grundsicherung mit sich bringen. Die Auswirkungen auf die sozialen Strukturen und die Verwaltung sind noch nicht absehbar, und die Kommunen bereiten sich bereits auf einen Anstieg an Anträgen und Klagen vor. Die Zeit wird zeigen, ob die Bundesregierung mit ihrer Reform das richtige Händchen hat oder ob das Vorhaben tatsächlich als „Bürokratie-Monster“ entpuppt.